16 Volt - Beating Dead Horses - Cover
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16 Volt Beating Dead Horses


  • Label: Metropolis/ALIVE
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es geht wieder los. 16 Volt gehen in die zehnte Runde, wenn man Best-Of- und Demo-Alben mitzählt. Ein Jubiläum, das sich nach 23 Jahren Bestehen durchaus sehen lassen kann. In Deutschland sind die zwei Hauptverantwortlichen für rockigen Elektrospaß Erik Powell und Mike Peoples leider nicht so bekannt, wie man es nach solch einer langen Zeit im Geschäft sein könnte. Aber wie wir alle wissen, strahlen auch kleine Sterne hell und so sollte die Hoffnung auf ein dreckiges Hörvergnügen nicht im Vornherein aufgegeben werden.

Psychedelischer Gesang, der meist durch die Sprechanlage einer Raumfahrtstation zu kommen scheint, tonnenschwere Beats und ungemütliche Gitarren geben vom ersten Moment an den Ton an, sodass es nur normal scheint, wenn im ersten Track „Beating Dead Horses“ zum Eindreschen auf leblose Pferde eingeladen wird. Nun, so wortwörtlich ist der Text natürlich nicht gemeint, doch bei den heftigen Klängen des Openers ist den Hörern alles zuzutrauen. Anschnallen und Augen zu oder sich sofort in diesem Konstrukt aus Elektronik, Industrial und Rock wohlfühlen. Wenn das Duo eine Spur herunter schaltet, dann meint man fast eine ruhige Alternative zu den Deftonesgefunden zu haben. „The Wasteland That Is Me“ klingt episch, weit, mysteriös und dürfte auch bei Industrial scheuen Hörern für Hörfreuden sorgen. So darf Rockmusik klingen, danke sehr.

Noch häufig versuchen die beiden Amerikaner die Epik des eben genannten Liedes einzufangen, doch ob „Burn“, „You Will All Go Down“ oder auch „Breathing Water“ schaffen es nicht, sich mit der vorgegebenen Melodie zu messen. Erst „We Disintegrate“ schafft es, den Hörer wieder zu packen und mit starken Riffs und Alternativ-Rock im Stuhl zu fesseln. Der vorher genannte Rest muss sich mit dem Prädikat „gutes Mittelmaß“ abstempeln lassen. Warum es nicht häufiger so drastisch wie zu Beginn zugehen konnte, bleibt ein Geheimnis der Künstler, das ihnen keine Bonuspunkte einbringt.

Allein mit den wirklich psychedelischen Stücken „Ghost“ und „Veins“ gibt es noch klanglich interessante Ausreißer nach oben auf diesem Album. Zwar sind beide Lieder kein Grund, um vor Freude auszurasten, doch immerhin dürfen diese Tracks sich zur High Society des Rock-Business zählen. Fans der harten Töne und jene, die den spärlichen Einsatz von Industrial-Elementen auf diesem Album beklagen, werden zwar propagieren, dass „Fight Or Flight“ und „Sick Sick Sick“ die einzigen Lieder mit wirklich Kraft hinter sind, doch spätestens beim dritten Hördurchgang entpuppen sich die beiden Uptempo-Nummern als blasse Rocker für Zwischendurch. Frei nach dem Motto: Wo rohe Kräfte sinnlos walten. Der Gegenpol dazu sind die poppigen Passagen in „Somewhere New“ oder „Dissembler“, die einige Hörer verstören könnten, doch 16Volt finden zumeist die richtigen Riffs und Effekte, um die Flagge ihres Genres stolz hochhalten zu können. Das Album insgesamt ist sicherlich alles andere als sinnlos und gibt einen aufschlussreichen Einblick, wie zwei Anhänger einer immer schwächer werdenden Musikrichtung ihren zeitgerechten Weg in die Moderne gefunden haben.

Anspieltipps:

  • The Wasteland Is Me
  • Beating Dead Horses
  • Ghost

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