Urge Overkill - Rock & Roll Submarine - Cover
Große Ansicht

Urge Overkill Rock & Roll Submarine


  • Label: UO Records/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der 90er-Reunion-Zug rollt munter weiter. Diesmal haben die alten Recken von Urge-Overkill ein Ticket gelöst. Wobei man hier – um im korrekten Bild zu sprechen – als Vehikel kein Schienenfahrzeug, sondern ein Unterseeboot gewählt hat. Der Tauchgang erfolgte im Jahr 1996, nach dem bis dato letzten Werk „Exit The Dragon“, einem ganz hervorragendem, aber leider kommerziell nicht allzu erfolgreichem Album. Ihre 15 oder 20 Minuten Ruhm hatten Urge Overkill ein paar Jahre zuvor. So ließ vor allem die 1993er-Scheibe „Saturation“ aufhorchen und mit dem Neil Diamond – Cover „Girl You’ll be a Woman Soon“, das durch den Tarantino-Klassiker „Pulp Fiction“ bekannt wurde, hatte man es zwischenzeitlich für einen Moment ganz dicht an die erste Liga der 90er Rocker geschafft. Nach vielen Jahren Funkstille gab es dann im Jahr 2004 erste Lebenszeichen in Form von ersten Liveauftritten. Nun liegt mit „Rock & Roll“ Submarine der vertonte endgültige Comeback-Beweis vor.

Die ersten Takte machen schnell klar, dass die Mannen um Nash Kato und Eddie „King“ Roeser während ihres Tauchgangs nicht viel von der Außenwelt mitbekommen haben, oder mitbekommen wollten. Man knpft exakt da an, wo man aufgehört hat. Klassischer Rock, der viel 70er und 90er Luft atmet. Das Ergebnis fällt unterschiedlich aus. Die ersten drei Songs „Mason/Dixon“, „Rock & Roll Submarine“ und „Effigy“ sollen offenbar belegen, dass die so langsam in die Jahre kommenden Herren noch wissen, wie man Rock buchstabiert. Gut, man nimmt es ihnen zwar ab, aber da fehlt noch was. Mit „Poison Flower“ werden erstmals Erinnerungen wach, wozu die Overkiller mal in der Lage waren. Der oldschoolige Track ist vor allem dank des Berufscoolen Nash Kato und seinm Gespür für Melodie ein Gewinner. Die Spannung kann jedoch nur bedingt aufrecht erhalten werden, auch wenn es mit „Quiet Person“, „End of Story“ und auch „The Valiant“ noch weitere nette Nummern gibt. Doch das, was einem dann mit „Little Vice“ oder „Niteliner“ präsentiert wird, tut zwar nicht weh, hilft aber auch nicht wirklich weiter.

Sehen wir es mal so: Für einen ersten Landgang nach so vielen Jahren ist das passabel und als Comeback definitiv glaubwürdiger, als die unzähligen Versuche anderer Bands, die sich selbst zwingen, aktuelle Trends zu bedienen. Urge Ovekill bleiben sich durchaus treu, müssen sich aber noch ein wenig warmlaufen. Wenn das gelingt, dann spricht vieles dafür, dass „Rock & Roll Submarine“ als Grundstein für das Comeback positiv in Erinnerung bleibt.

Anspieltipps:

  • Poison Flower
  • Effigy
  • Quiet Person
  • Tonight You Belong To Me
  • Neue Kritiken im Genre „Rock“
    Diskutiere über „Urge Overkill“
    comments powered by Disqus