Austra - Feel It Break - Cover
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Austra Feel It Break


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kurzmelodien in Endlosschleifen.

Fever Ray, Björk, Diamanda Galas, Nine Inch Nails und Nina Simone sind nur ein paar der Einflüsse, die Katie Stelmanis, Kopf und Sängerin der kanadischen Band Austra, angibt. Während eine Verwandtschaft mit Fever Ray bzw. deren Alter Ego The Knife deutlich zu erkennen ist, ist der Bezug zu dem Stimmwunder Diamanda Galas oder den Industrialrockern NIN mehr als fragwürdig. Nichtsdestotrotz spielen Katie Stelmanis (Ex-Galaxy), Maya Postepski und Dorian Wolf Synthie-Pop, der sowohl den Geist der 80er wie auch der 90er eingeatmet hat.

„Darken her horse“ beginnt sehr ruhig und mit dem Schwerpunkt auf der klassisch ausgebildeten Stimme Stelmanis´, baut sich dann aber langsam aber sicher auf. Während im Refrain Angelzoom um die Ecke zu schielen scheinen, ist in den Strophen Siouxie Banshee eine Referenz. Ein guter Anfang für die CD.

Bei „Lose it“ wird die Geschwindigkeit deutlich angezogen, gewöhnungsbedürftig ist jedoch das Vibrato in der Stimme der Sängerin. Ist dies geschehen, lässt der Song nicht mehr los, unauffällig beginnt der Fuß des Hörers mitzuwippen. Mittendrin wird die Elektronik zurückgefahren, aber selbst dann weiß das Lied zu gefallen. Ein potentieller Indie-Radiohit, wäre der Track nicht etwas zu lang ausgefallen.

Hat man die beiden Songs gehört, weiß man schon was einem bei den neun weiteren Songs erwartet. Sauber produzierter, mit einer leichten Prise Melancholie versehener, Synthie-Pop. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei erweisen sich die meisten Melodien oftmals als Kurzmelodien in Endlosschleifen, die kaum variiert werden und auf Dauer nicht mitreißen („The Future“, „Hate Crime“). Auch wenn die Stimme Stelmanis flexibel zwischen kaltem Elektropop und opernhaftem Sopran schwebt, sie kann nicht überdecken, dass die musikalische Untermalung doch begrenzt abwechslungsreich ist.

Dies soll nicht heißen, dass das Album schlecht ist, beileibe nicht, allerdings hätte ein bisschen mehr Kreativität der Sache sehr gut getan. Mit „The beast“, einer klassischen Klavierballade, die sich voll auf den Gesang konzentriert, ist dann zum Ende ein Song auf dem Silberling, der zeigt wie viel Potential hinter der Sängerin steckt. Vielleicht sollte sie sich mit der stimmlich artverwandten Anneke van Giersbergen (Ex-The Gathering, Agua de Annique) zusammentun, das Ergebnis wäre jedenfalls spannender.

Anspieltipps:

  • Lose it
  • Spellwork
  • The beast

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