Friendly Fires - Pala - Cover
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Friendly Fires Pala


  • Label: XL/Beggars Group
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Friendly Fires “ verband bei Songs wie „Jump In The Pool“ sphärische Synthieflächen mit tanzbaren Sambarhythem und catchy Songwriting. Es gab Momente, in denen die Band aus St Albans Einflüsse von den Talking Heads („In The Hospital“), Duran Duran („Lovesick“) sowie Depeche Mode („White Diamonds“) offen legte. Auf ihrem Debüt gab es also mehr zu entdecken, als man im ersten Moment für möglich gehalten hätte. Die Stimme von Ed Macfarlane offenbarte zwar keinen unbedingten Erinnerungswert, legte jedoch auch in höheren Tonlagen eine gute Performance hin und wurde nicht selten durch overdubbing verstärkt. So überzeugte das äußerst partlylastige „Friendly Fires“ weniger durch songschreiberische Vielfalt, sondern durch einfallsreiche Rhythmik- und Beatvariation und rief daher stehts zum Bewegen auf. Schließlich waren da diese zwingenden südamerikanischen Rhythmen, der unablässig funky umherspringende Bass und die vielschichtigen elektronischen, mit Gitarre gapaarten Beats.

Ed Macfarlane (Gesang, Synthie, Bass), Edd Gibson (Gitarre) und Jack Savidge (Schlagzeug) legen mit „Pala“ nun ihr zweites Album vor. Bereits das Artwork, welches eine ästhetische Abbildung eines Papageien zeigt, weist wieder deutlich in die Richtung südamerikanischer Gefilde. „Live Those Days Tonight” eröffnet dann auch wieder mit den signifikanten Sambarhythmen, polternden Klavierklängen, Funkgitarre, gedubbten Gesang, und sphärischen Synthies. All das mündet am Ende in einem fetten Crescendo. Die Richtung des Albums ist von hier an klar, denn „Pala“ ist fetter produziert, klingt mächtiger und voluminöser. „Blue Cassette“ arbeitet zum Beginn mit einem Loop, bevor das Schlagzeug einschlägt und sich ein schwebender Refrain erhebt. „Hurting” geht noch weiter in Richtung des hymnischen Elektropop der 80er, hier garnieren Friendly Fires mit einer erheblich größeren Portion Zucker. Das Titelstück ist ein langsam pumpender Popsong, der Fokus auf schläppende Rhythmik und glitzernde Synthies legt. Auch „Show Me Lights” bietet mit seinem harmonievollen Refrain, der sich etwas zu sehr an chartfreundliches Terrain heranwagt, etwas Kontrastprogramm zu den tanzbaren Stücken. Man merkt an diesen Stellen jedoch deutlich, dass die Stärken von Friendly Fires ganz klar dem Dancefloor geschuldet sind.

Allgemein sind die Stücke auf „Pala” noch synthielastiger und dichter instrumentiert, der auf dem Debüt eher auf Rhythmen gelegte Fokus wird deutlich in den Hintergrund gedrängt. Der ansonsten so markante Bass wurde hier beispielsweise stark in den Hintergrund gemischt, sodass er kaum hörbar wenig zu den Liedern beitragen kann. Es ist dem Prinzip „mehr Harmonie, mehr Synthie“ geschuldet, dass die Songs auf „Pala“ zwar stehts etwas himmlisches, träumerisches, fast schon glamourhaftes haben, aber schwer auseinander zu halten sind. „Pala“ verfolgt einen zusammenhängenderen Ansatz, scheitert aber durch seine häufig zu ähnlich klingenden Lieder. Dennoch ist ist „Pala“ ein rundes Tanzalbum geworden, das sich an einem etwas modernerem Sound versucht, als sein Vorgänger. Mehr Songs wie „Live Those Days Tonight“ hätten auch aus dem zweiten Album von Friendly Fires ein durchgängig gutes gemacht.

Anspieltipps:

  • Live Those Days Tonight
  • Blue Cassette
  • Hawaiian Air

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