Arch Enemy - Khaos Legions - Cover
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Arch Enemy Khaos Legions


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Dieses Album ist das pure Chaos. Friss oder stirb!“.

„Dieses Album ist das pure Chaos. Friss oder stirb!“ - Nach fast vier Jahren ohne neues Material eine gewagte Aussage, die Angela Gossow im Vorfeld über das mittlerweile achte Studioalbum des schwedischen Melodeath-Flaggschiffs Arch Enemy trifft. Die Erwartungen an den Nachfolger zu „Rise Of The Tyrant“ (09/2007) sind schließlich ziemlich hoch und nicht wenige Fans erwarten sich eine glanzvolle Rückkehr hin zu mehr Bissigkeit anstatt den Massenmarkt mit leicht verdaulichen Metalhäppchen zu bedienen. Was diese Punkte anbelangt, so ordnet sich „Khaos Legions“ irgendwo dazwischen ein. Die Amott-Brüder Michael und Christopher sind an ihren Äxten natürlich nach wie vor eine Macht und schütteln im Minutentakt Riffs aus dem Ärmel, die zwischen Thrash und Death angesiedelt sind und welche so manch anderer Saitenzupfer nicht einmal im Ansatz aus seiner E-Gitarre herauskitzeln wird, während Basser Sharlee D´Angelo und Drummer Daniel Erlandsson vergeblich versuchen mitzuhalten, jedoch stets souveräne Arbeit leisten.

Die einzige Person, die dem Riffinferno der schwedischen Saitenhexer etwas entgegen zu setzen hat, ist die Grand Dame der Growls, Angela Gossow. So zwiespältig bzw. monoton ihre Performance mitunter auch sein mag, wenn ein Track apokalyptische Ausmaße annimmt und sich Michael und Christopher die Finger blutig spielen, dann steht der grunzende Blondschopf wie ein Fels inmitten der alles vernichtenden Brandung. Ein prügelnder Vorschlaghammer wie „Vengeance is mine“, atmosphärische Brocken der Marke „diabolisch“ („Through the eyes of a raven“, „Cruelty without beauty“) oder nach vorne drückendes Liedgut („Bloodstained cross“, „Under black flags we march“) - Angela mimt mit ihrer stets zornig-aggressiven Haltung das blutrünstige Rumpelstilzchen und lässt den Hörer in jeder Sekunde an ihrem in Rot und Schwarz getunkten Rachefeldzug teilhaben.

Nichtsdestotrotz verbleiben auf „Khaos Legions“ ausreichend Gründe um den Kopf zu schütteln. So stehen sich „No gods, no masters“ und „Thorns in my flesh“ wegen unschlüssigen, kontraproduktiven Einfällen selbst im Weg, „City of the dead“ verheizt sein griffiges Songgerüst an die Endlosschleife und die drei Instrumentalstücke („Khaos overture“, „We are a godless entity“, „Turn to dust“) sind zwar allesamt ganz nett, der tiefere Sinn hinter diesen pompösen Selbstbeweihräucherungen, bleibt dem Hörer jedoch durchwegs verschlossen. Dafür entschädigen Arch Enemy mit der für die kommende Tour geschriebenen, astreinen Stadionhymne „Cult of chaos“ oder dem wütenden Todesbleihammer „Yesterday is dead and gone“. Alles in allem bietet „Khaos Legions“ also viel Licht, aber eben auch einiges an Schatten. Gossow- und Amott-Fans kommen hier zwar voll auf ihre Kosten und die Qualitätskurve zeigt eindeutig nach oben, doch Angela trifft es schlussendlich am besten: „Friss oder stirb!“

Anspieltipps:

  • Vengeance Is Mine
  • Bloodstained Cross
  • Cruelty Without Beauty
  • Through The Eyes Of A Raven

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