Flogging Molly - Speed Of Darkness - Cover
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Flogging Molly Speed Of Darkness


  • Label: Borstal Beat/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Speed Of Darkness“ ist das fünfte Studioalbum der irisch-amerikanischen Folk-Punkrock-Band.

„Speed Of Darkness“ ist das fünfte Studioalbum der irisch-amerikanischen Folk-Punkrock-Band Flogging Molly, deren musikalisches Herz für die Heimat ihres in Dublin geborenen Sängers Dave King (Gesang, Gitarre, Bodhrán, Banjo) schlägt. Er und seine Mitstreiter Dennis Casey (Gitarre), Bob Schwindt (Mandoline, Banjo), Matt Hensley (Akkordeon), Nathen Maxwell (Bass) und George Schwindt (Schlagzeug) sowie Mitstreiterin Bridget Regan (Fidel, Flöte) veröffentlichen zum ersten Mal auf ihrem eigenen Label Borstal Beat Records. Mit „Speed Of Darkness“ üben Flogging Molly Kritik an wirtschaftlichen und sozialen Missständen, die unter anderem durch die Weltwirtschaftskrise in Irland und Amerika entstanden sind. „I've spent 27 years in this factory. / Now the boss man says: / „Hey, you're not what we need!” / The penguins in the suits, / they know nothing but greed!” heißt es also im hochmelodiösen, aufputschenden Song „Revolution”.

Ein Album wie „Drunken Lullabies“ (2002) vermischte die für Flogging Molly typische, irische Folklore vor allen Dingen mit treibenden Punkrock. Die E-Gitarren rasten über die Geige, das Akkordeon oder das Banjo hinweg, während das Schlagzeug etwas stoisch nach vorne preschte. Beim Titeltrack gehen Flogging Molly dieser Formel auch heute wieder nach, doch im Laufe der Albums öffnet sich die Band für weit poppigere Songs und verwendet vermehrt hüpfende Rhythmen und Akustikgitarren („The Heart Of The Sea“, „Present State Of Grace“) oder Chöre bei eher melancholischen Liedern („So Sail On“). Doch natürlich gibt es auch auf „Speed Of Darkness“ wieder die Lieder, bei denen sich Bilder von gefüllten irischen Pubs im Kopf breit machen und mitgröhlen lassen („Don't Shut 'Em Down“, „Oliver Boy (All Of Our Boys)“). Zu manchem Stück wird sich auf Konzerten auch wieder hervorragend pogen lassen („Saints And Sinners“). Bei „The Power's Out” stampft zunächst die Bassdrum auf, bevor die E-Gitarre, Akkordeon und Trommelwirbel den Song zunächst vorsichtig, dann immer nachdrücklicher vorpreschen lassen und zum mitreißenden Höhepunkt des Albums machen.

„Speed Of Darkness“ ist weniger schroff, etwas langsamer, eine Spur konzentrierter und nimmt der Band letztlich einen Teil seiner Ausgelassenheit. Es ist möglicherweise der richtige Einstieg für Menschen, die bislang nichts mit dem Folk-Punkrock der Band anzufangen wussten. „The Cradle Of Humankind“ lässt zum Beispiel erstmals auf einer Platte von Flogging Molly ein Piano erklingen, fällt zum Ende jedoch etwas sehr schwülstig aus. Mit „A Prayer For Me In Silence“ ist wieder einer jener bisher eher raren, balladesken Songs zu hören. Hier liefert Bridget Regan als einzige Frau der Band ausnahmsweise die Vocals. Es sind weitere Hinweise darauf, dass Flogging Molly sich hier offensichtlich an mehr Variation versuchen. Dennoch sind gerade die langsamen Stücke auf dem fünften Langspieler von Flogging Molly nicht die stärksten. Gerade hier dürften Fans, die das Septett wegen der punkigen Stücke toll finden, Probleme haben. Andererseits gelingt die Abwechslung mit flotteren Songs wie „Revolution“ und „The Power's Out“ ganz gut. Dennoch hätte „Speed Of Darkness“ etwas mehr Feuer unter dem Hintern sicher nicht geschadet.

Anspieltipps:

  • Speed Of Darkness
  • Revolution
  • The Power's Out
  • Oliver Boy (All Of Our Boys)

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