Arkona - Stenka Na Stenku - Cover
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Arkona Stenka Na Stenku


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 26 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Bevor es im Spätsommer ein neues Full-Length-Album der Folk-Metaller Arkona gibt, haben die Russen noch eine EP als Appetithappen zwischengeschaltet. Diese enthält neben fünf Non-CD Tracks (darunter zwei Coverversionen und ein deutschsprachiger Track) auch ein Lied, das auch später auf dem Album zu hören sein soll. Welches dies ist, ist noch nicht bekannt.

Mit „Stenka na Stenku“ (sinngemäß Wand gegen Wand) beginnt die Platte gewohnt schwungvoll und mit genau der Rezeptur, die die Band in Europa und vor allem Südamerika bekannt und beliebt gemacht hat: Russische Folklore gepaart mit Metal. In den ersten Sekunden wird man an den Humppa von Finntroll oder Korpiklaani erinnert. Dies verwundert nicht, denn die Bands sind doch ähnlich konzeptioniert. Zudem ist Karelien ein Bereich, der teils zu Russland und teils zu Finnland gehört, also eine ähnliche Folklore hat. Fetzig treibt das Akkordeon nach vorne und bald setzen die Metal-Klänge ein. Sängerin Masha ´Scream´ Archipowa, die sich auf der EP in ihrem Gesang vielseitiger denn je zeigt, treibt den Song weiter voran und man muss kein Prophet sein, dass dieser Song gerade live für Furore sorgen wird.

In eine ähnliche Richtung, allerdings stärker an die Folklore Russlands als Karelien orientiert, geht „Valenki“ Seltsamerweise bleibt der Track auch nach mehrmaligem Hören nicht im Ohr hängen, auch wenn die musikalischen Qualitäten zweifels ohne überdurchschnittlich sind. Der Anteil zwischen ruhigen und ultraschnellen Parts macht den Song unruhig und dadurch nicht zu einem Ohrwurm.

Nach diesen beiden neuen Songs folgt eine Akustikversion „Goi, rode, goi“s, bekannt vom gleichnamigen Vorgängeralbum. Erstaunlich was die Musiker aus dem eigentlich viel raueren Lied gemacht haben. Vor allem zu Beginn klingt er deutlich düsterer als in der Originalversion. Zudem kommen hier auch erstmals die traditionellen Instrumente wie Balalaika und Maultrommel zur Geltung.

Der für viele problematischste Titel dürfte das in deutscher Sprache gesungene „Skal (feat. Varg)“ sein. Musikalisch kann man dem simpel gestrickten Trinklied nichts nachsagen. Auch wenn Trinklieder inhaltlich kein intellektueller Hochgenuss sind, Textzeilen wie „Hau wech die Scheisse“ in Dauerrotation dürften eher für Wernerfans geeignet sein. Diskussionen auch über Arkona dürfte allerdings die Kooperation mit Varg sein. Die Thüringer sind immer wieder in der Diskussion wegen der ihnen zugeschriebenen politischen Diskussion.

Mit „Duren“ und „Novyi mir“ folgen noch zwei ruhige Coverversionen. Beide sind recht ähnlich strukturiert und haben den Schwerpunkt eher auf den Folk gelegt. Während „Duren“ ein Cover der hierzulande unbekannten Band Svarga ist, dürfte „Novyi mir“ unter seinem Originaltitel „Ođđa máilbmi“ manchen Hörern bekannt vor vorkommen. Es handelt sich um ein Cover der Band Shaman, die seit 2003 als Koorpiklaani bekannt ist! Am Ende der EP den Bogen wieder Richtung Karelien bzw. Finnland zu ziehen ist sehr geschickt, die Verwandtschaft mit dortigen Folk-Metal-Band ist einfach sehr groß.

Abgesehen von „Valenki“ und „Skal“ macht die EP Hunger auf mehr. Auch ist die Mischung im Fall von Metal und Folk bei Arkona so geschickt ausgewogen, dass man gespannt sein darf, was der Longplayer „Slovo“ bringen wird.

Anspieltipps:

  • Stenka na stenku
  • Goi, rode, goi
  • Novyi mir

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