Journey - Eclipse - Cover
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Journey Eclipse


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 66 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Journey, der Name zergeht auf der Zunge wie gute Schokolade. Was diese Band besonders in den 80ern an Hits produziert hat, ist schlicht unglaublich. Doch seit den 90ern durchlief die Band eine turbulente Phase, die nun endlich vorbei sein dürfte. Nach zahlreichen Umbesetzungen des Sängerpostens haben Journey endlich einen adäquaten Nachfolger für Steve Perry gefunden, der nach einer zwischenzeitlichen Bandauflösung 1996 die Band endgültig verlassen hat. Lang hat es gedauert, aber mit Arnel Pineda steht der perfekte Ersatz, quasi ein philippinischer Steve Perry. Vor zwei Jahren hat die neue Zeitrechnung für Journey begonnen, als mit „Revelations“ das erste gemeinsame Album herauskam.

Der nun vorliegende Nachfolger „Eclipse“ ist kein Album für Balladenliebhaber. Neal Schon drückt auf die Gastube und navigiert Journey an den Rand des Hardrocks. Dabei feuert er viele geniale Gitarrenzaubereien ab, sowohl Riffs als auch Soli, die man ihm gar nicht mehr in der Form zugetraut hätte. (Drogen?) Außerdem verzichtet die Band auf extrem eingängige Refrains, für die sie eigentlich so bekannt ist. Ein mutiger und gleichzeitig nicht selbstverständlicher Schritt nach über 30 Jahren Musikgeschichte, denn die meisten Bands haben nach solch einer Zeit ihre typischen Schemas, die sie hoch und runter spielen. Journey bleiben zwar Journey, aber sie trauen sich eine andere Ausrichtung auszuprobieren. Dafür haben sie das Album als eine Einheit erschaffen, dem ein Konzept über Spiritualität zugrunde liegt.

Ganze zwei Balladen, sagen wir eher Halbballaden, haben es aufs Album geschafft, wobei „Tantra“ besonders gelungen ist und sehr gut ins gesamte Klangbild passt. Ansonsten ein besseres Rockfeuerwerk als das andere, die ersten drei Songs sind schon der beste Beweis dafür. Journey sind absolut wieder in der richtigen Spur, Songs wie „Resonate“ oder „Chain Of Love“ bleiben sofort haften, sie sind voller Energie und Tatendrang. An einigen Stellen des Albums (z.B. „Someone“) fühlt man sich zurück in die 80er versetzt und meint Journey mit Steve Perry zu hören, die Ähnlichkeit ist schon frappierend, aber lassen wir die Vergleiche, Arnel singt wirklich sehr überzeugend.

Allgemein ist die erste Hälfte des Albums wirklich stark, in der zweiten Hälfte ist das Niveau ein wenig niedriger. Dort haben sich auch einige wenige durchschnittliche Songs auf „Eclipse“ eingeschlichen, aber auch diese sind geschmeidig wie Butter, da zeigt sich die ganze kompositorische Klasse dieser Rockikone. Zum Abschluss des Albums gibt es noch eine pure Rockextravaganza, denn „Venus“ ist eine losgelöste Fortsetzung von „To Whom It May Concern“, völlig ohne Barrieren, ohne Gesang, einfach nur drauflos rockend, wie es Neal Schon unglaublich lange her einst in der Carlos Santana Band getan hat. Was bleibt da noch viel zu schreiben, als dass Journey mal wieder ihre Größe bewiesen haben und eins der besten Alben seit vielen Jahren offerieren ohne sich dabei lediglich zu wiederholen.

Anspieltipps:

  • Chain Of Love
  • Tantra
  • Resonate
  • City Of Hope
  • Venus

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