Dan Berglund´s Tonbruket - Dig It To The End - Cover
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Dan Berglund´s Tonbruket Dig It To The End


  • Label: Act/EDEL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Tonbruket machen genau da weiter, wo sie mit ihrem Debüt angefangen haben, nämlich eine sehr eigene Stilmelange zu kreieren, die keiner konkreten Richtung zugeordnet werden kann. Nach wie vor sprudelt die Tonfabrik vom ehemaligen E.S.T.-Bassisten Dan Berglund vor Experimentierfreudigkeit. Auf „Dig It To The End“ sind viele rhythmische Grundgerüste zu vernehmen, auf die komponierte und improvisierte Passagen in unterschiedlichem Verhältnis zueinander quasi aufgetragen werden. Das Album ist trotz sehr vieler ruhiger und langsamer Stücke nicht ganz so melancholisch geraten wie sein Vorgänger. Vielleicht dank Johan Lindström, der sehr viel Kompositionsarbeit geleistet hat und dessen Beitrag an der Gitarre dem entsprechend höher ausfällt als bisher.

Die Musikstücke sind zumeist sehr unterschiedlich, einige Übergänge fühlen sich wie regelrechte Stilbrüche an. Auffallend ist das Albumeröffnende „Vinegar Heart“, das schon zwei herrliche Umbrüche in sich trägt. Der Song besteht aus drei unterschiedlichen Teilen, die miteinander verbunden sind, in jedem benutzt Lindström eine andere Gitarre auf eine andere Art und Weise, im ersten Teil redet sie sporadisch, im zweiten Teil heult sie und im dritten ist sie wutentbrannt. So laut und aufdringlich dieser erste Song zum Ende ist, so unspektakulär und unaufdringlich sind die nächsten Stücke, mit ganz zarten Melodien, mal angetrieben von Berglunds Bassspiel, mal sind es Herderos Klaviersprengsel und dann wieder Lindströms Saitenzupfereien. Im Titeltrack wiederum fühlt man sich in die Zeit von The Doors zurückversetzt, dieser typische Orgelklang ist und bleibt mit der einstigen Band von Jim Morrison verknüpft.

Das Album ist unkonventionell, innovativ, anders. Es hört sich an, als ob Tonbruket tatsächlich so tief graben würden, wie es nur möglich ist, um an die Essenz der Musik zu gelangen. Besonders die Stücke von Lindström haben etwas weltfremdes an sich. Irgendwie faszinierend und anziehend, aber eben auch schwer zu fassen, daher droht „Dig It To The End“ keine Dauerrotation im CD-Player, denn dafür ist nach einem Durchgang die Luft raus und eine Sättigung erreicht, die erst einmal verarbeitet werden muss. Auf jeden Fall wächst das Album mit jedem Hördurchgang und offenbart den Ohren immer mehr seine verborgene schöne Seite, auch wenn nicht jedes Musikstück bei all der Andersartigkeit gefallen kann. „Dig It To The End“ ist halt mehr Kunst als einfach nur Musik und die muss jeder für sich selbst beurteilen.

Anspieltipps:

  • Vinegar Heart
  • Grandma’s Haze
  • Trackpounder
  • Draisine Song

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