Laura Jansen - Bells - Cover
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Laura Jansen Bells


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

So ziemlich jeder kennt die Situation, wenn eine Beziehung in die Brüche geht und was dann mit einem passiert. Der Ablauf ist fast immer derselbe, auch bekannt als die fünf Phasen der Trauer: Zuerst das Nichtwahrhaben wollen, dann Wut, Verhandeln, Depression und schlussendlich das Einsehen, dass es vorbei ist.

Auch die gebürtige holländische Sängerin und Songschreiberin Laura Jansen (34) kennt diese Gefühlsaufruhr nur allzu gut. Und sie machte das Beste daraus, was Musiker in solchen Situationen tun können: Sie schrieb Songs als eine Form der Selbsttherapie, um ihre Emotionen in den Griff zu bekommen. Das ist besser als Drogen zu nehmen und günstiger als einen Psychologen aufzusuchen. Hart war es trotzdem, wie Laura Jansen freimütig berichtet:

„Ich war der Überzeugung, der Schmerz würde mich tatsächlich umbringen. Es ist faszinierend, wie man dann damit beginnt, Kleinigkeiten zu tun, um sein eigenes Leben zu retten.“ Und so lies Laura Jansen ihrer inneren Stimme freien Lauf und schuf daraus das Album „Bells“, das in den Niederlanden bereits im September 2009 erschien und dort die Charts monatelang belagerte. Der Grund für den Erfolg ist schnell gefunden. Die 34-Jährigen spielt federleichte, klaviergestützte Popmusik aus der stilistischen Ecke, in der auch Tori Amos, Sara Bareilles oder A Fine Frenzy beheimatet sind. Dazu singt sie mit reiner und klarer Stimme, was den einen oder anderen Hörer dazu verleiten wird, die Musik der Holländerin als harmlos oder auch niedlich einzustufen.

In der Tat sind Laura Jansens Songs sehr einschmeichelnd und zugänglich gestaltet und weniger im Art-Pop-Bereich einer Kate Bush oder der frühen Tori Amos angesiedelt. Langweilig wird es auf „Bells“ trotzdem nicht. Dafür sorgen unter anderem die tolle Coverversion des „Kings Of Leon“-Tracks „Use somebody“ als zu Tränen rührende Pianoballade oder das mit Reggae-Elementen aufgepeppte „Soljah“. Nicht zu vergessen eine Vielzahl der Texte, die der mitunter fröhlich wirkenden Musik einen sarkastischen Anstrich geben. Zudem hat die Produktion einen warmen Klang und unterstützt damit die Wirkung der Songs auf die richtige Art und Weise.

Fazit: „Bells“ ist ein schönes Album, das ehrliche Gefühle verarbeitet, musikalisch aber hier und da noch etwas zwingender hätte ausfallen können.

Anspieltipps:

  • Elijah
  • The end
  • Single girls
  • Use somebody

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