Patrick Wolf - Lupercalia - Cover
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Patrick Wolf Lupercalia


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es hat ein bisschen gedauert, bis die Popwelt (vor allem in seiner Heimat) mit dem Londoner Sänger und Songschreiber Patrick Wolf warm geworden ist, doch spätestens seit „The Bachelor“ (06/2009) ist klar, dass der 27-Jährige zu den ganz großen Talenten der Szene zählt. Auf „The Bachelor“ verarbeitete Patrick Wolf den Schmerz einer gescheiterten Beziehung. Auf seinem neuen Album „Lupercalia“ hat die Liebe in das Leben und in das Songwriting des Musikers wieder Einzug gehalten – und das drückt sich in elf zeitlosen Liedern, die moderne und klassische Elemente der Popmusik geschickt miteinander verbinden.

Was irgendwann einmal als so genannter Electro-Folk begann, der exzentrischer nicht hätte dargeboten werden können, hat sich im Laufe der Jahre zu einer alternativen Variante von Popmusik entwickelt, die mit „Lupercalia“ ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mit jeder Menge Pathos in der Stimme und opulenten Streicherarrangements kleidet Patrick Wolf seine Songs aus und setzt damit auf das ganz große Gefühlskino, das ein ums andere Mal gefährlich nah an den Kitschbereich heranreicht, aber jedes Mal rechtzeitig die Kurve bekommt.

Schon die erste Single „The city“ ist ein Paradebeispiel für den neuen Überschwang im Songwriting des 27-Jährigen, der sich keine Grenzen auferlegt und einen tanzbaren Beat mit tiefen Bässen sowie Saxophon- und Pianoklängen kombiniert. Das folgende „House“ funktioniert nach einem ähnlichen Muster, ersetzt die Bläser allerdings durch Streicher und eine sehnsuchtsvolle Melodie. „Bermondsey street“ trägt noch dicker auf, indem ein programmierter Basslauf mit Blechbläsern, Harfen und Flamenco-Gitarren ins Rennen geschickt wird – und ebenfalls glückt.

„Lupercalia“ kommt einem Konzeptalbum über Liebe und menschliche Beziehungen recht nah. Wie ein übergeordnetes Gerüst fungieren dabei die Songs „The city“, „The future“ (eine ebenso kurze wie großartige Hymne), „The days“ (eine traurige, von Orchesterklängen eingerahmte Liebesballade) und „The falcons“ (ein verspielter Track mit großem Streichereinsatz und treibenden Rhythmen). Doch auch dazwischen lässt Patrick Wolf keinen Raum für Leerlauf. So ist „William“ eine kleine Ode an Wolfs zukünftigen Ehemann, während „Time of my life“ ein Mutmacherlied nach einer gescheiterten Beziehung ist, wenn man den Kopf so langsam wieder aus der Trauer-Schlinge gezogen bekommt („I tell myself to hold on. Won’t be long till I grow up through the struggle. Time to wake up. Find my muscle. I’ll be happy without you.”).

Mit „Lupercalia“ ist Patrick Wolf ein starkes und erwachsenes Popalbum gelungen, das ihn endgültig in der ersten Songwriter-Reihe etabliert. In Sachen Pathos und Opulenz beschreitet der Londoner sicher keinen leichten Weg, doch wer sich darauf einlässt, bekommt mit Wolfs fünftem Studioalbum auch sein bisher bestes egboten.

Anspieltipps:

  • Together
  • The city
  • The future
  • Slow motion
  • Time of my life

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