Andrea Corr - Lifelines - Cover
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Andrea Corr Lifelines


  • Label: AC Records/Tonpool
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

15 Jahre lang war Andrea Corr zusammen mit ihren Geschwistern Caroline, Sharon und Jim Teil der erfolgreichsten irischen Folk-Pop-Band der Welt The Corrs. Innerhalb von zehn Jahren veröffentlichte die Band u.a. fünf Studioalben, die zu Verkaufszahlen von mehr als 60 Millionen Tonträger beitrugen. Das bis dato letzte Werk „Home“ (2005) bedeutete allerdings das vorläufige Ende der Corrs, wobei die Band bis heute offiziell „nur“ pausiert. Trotzdem müssen die Fans der Corrs nicht zwingend darben. So brachten Sharon („Dream Of You“, 2010) und Andrea Corr („Ten Feet High“, 2007) jeweils Soloalben auf den Markt, wobei sich Andrea in den letzten Jahren vermehrt um das Schauspielfach kümmerte und in diversen Film- und Theaterproduktionen mitgespielt hat.

Mit „Lifelines“ liegt nun das zweite Solowerk der 37-Jährigen vor. Darauf präsentiert Andrea Corr elf ausgewählte Coverversionen von Songs, die sie in ihrer Kindheit mit dem Virus Musik infizierten. Das ist die Macht der Musik. Denn eigentlich war Andrea Corr auf dem besten Weg mit dem Musik-Business abzuschließen, doch Produzent John Reynolds (Sinead O´Connor, Boyzone, Indigo Girls, Kirsty MacColl) entfachte das alte Feuer wieder in ihr und nach dem ersten Treffen mit Reynolds entwickelte die Sängerin ihr ganz persönliches Songbook, das nun, frei von kommerziellen Ansprüchen und Zwängen, auf ihrem eigenen Label AC Records erscheint.

Die Songauswahl für „Lifelines“ kann als gelungen bezeichnet werden, da darauf nicht die üblichen Mega-Gassenhauer abgefrühstückt werden. Zudem gibt Andrea Corr den Songs eine persönliche Note, indem sie ihre Stimme in den Vordergrund stellt und die Arrangements entsprechend angepasst hat. Daraus resultieren überraschende Stücke wie der Ron-Sexsmith-Song „Tomorrow in her eyes”, „Some things last a long time” von Daniel Johnston sowie der Velvet-Underground-Titel „Pale blue eyes”, der in Zusammenarbeit mit Brian Eno entstand, der auch die Co-Produktion übernommen hat und bei Vangelis’ „State of independence” ein weiteres Mal in Erscheinung tritt.

Weniger überraschend sind dagegen Coverversionen von Roy Orbisons Klassiker „Blue Bayou“, John Lennons „No. 9 dream”, Kirsty MacColls „They don’t know”, The Blue Niles „Tinsweltown in the rain” (mit Sinead O`Connor als Background-Sängerin), die zwar allesamt angenehm ins Ohr gehen, aber stilistisch fast schon zu klassischen The-Corrs-Titeln mutieren. Doch sei’s drum. „Lifelines“ ist ein ruhiges und persönliches Album geworden, das nicht so sehr die Popmusik in den Vordergrund stellt, sondern auf eine starke Songwriter-Komponente achtet und dadurch sehr erwachsen klingt. Gut so!

Anspieltipps:

  • No. 9 dream
  • Pale blue eyes
  • I’ll be seeing you
  • Tomorrow in her eyes
  • Tinsweltown in the rain

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