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Neil Young A Treasure


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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Neil Young - A Treasure
10 1 6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Neil Young öffnet einmal mehr sein reichhaltiges Archiv und präsentiert mit „A Treasure“ eine Sammlung von 12 Live-Songs aus den Jahren 1984 und 1985 – darunter fünf bis dato unveröffentlicht. Sein letztes Studioalbum „Le Noise“ (09/2010) ist zwar erst seit neun Monaten auf dem Markt, doch Mr. Young war ja noch nie ein Künstler, der die Hände in den Schoß legt und deshalb geht die „Neil Young Archives Peformance Series“ in die nächste Runde.

Zu Beginn der 80er Jahre hatte Neil Young die Plattenfirma Reprise Records in Richtung Geffen Records verlassen, die sich auf einen kommerziell erfolgreichen Künstler freute. Doch was dann geschah, glich einem Fiasko. Neil Young veröffentlichte über Geffen Records fünf Alben, die künstlerisch höchst unausgegoren waren und in besonderen Fällen wie „Trans“ (12/1982) sowie „Landing On Water“ (07/1986) sogar seinen Ruf beschädigten.

Die Bosse von Geffen Records fühlten sich von Neil Young veräppelt und zogen gegen ihn vor Gericht und so ging Young 1984/85 eben ohne die Unterstützung seines Labels auf Tournee und spielte reinrassige Country-Lieder wie „Bound for glory“ oder „Motor city“, für die Geffen Records zu dieser Zeit keinerlei Verständnis aufbrachte. Young gab sich dagegen als aufmüpfiger Kauz, der sein Ding ohne Rücksicht durchzog und wirkte damit Mitte der Achtziger in der Tat wie ein Künstler von einem anderen Planeten.

Doch was bieten die unveröffentlichten Tracks auf „A Treasure“? Nun, sicher nicht die von Neil Young angekündigten Schätzchen, sondern durchschnittliche Kompositionen, von denen „Amber Jean“ als feiner Country-Schunkler noch am ehesten hervorsticht. „Let your fingers do the walking“ bläst stilistisch ins gleiche Horn, während „Soul of a woman” als groovender Bluesrocker aus den Boxen perlt. „Nothing is perfect” ist eine unspektakuläre Country-Ballade und „Grey riders” fällt mit dezenten Feedbacks als rockiger Country-Song auf.

„A Treasure“ ist ganz nette, aber nicht essentielle Sammlung von Live-Songs aus einer Zeit, in der Neil Young den Anschein machte, als wüsste er nicht so richtig wohin sich seine Kunst entwickeln sollte. Seine Studioalben klangen zerrissen, was durch dieses Live-Album gut kaschiert wird. Es kann dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Neil Young bis zum Ende der 80er Jahre in der tiefsten Krise seines Schaffens steckte.

Anspieltipps:

  • Motor city
  • Grey riders
  • Southern pacific
  • Bound for glory
  • Are you ready for the country?

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