Alestorm - Back Through Time - Cover
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Alestorm Back Through Time


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Black Sails At Midnight“ (05/2009) hatten Alestorm ein äußerst starkes Album zu bieten, dass die mehr oder weniger einzigartige Bezeichnung „Scottish Pirate Metal“ mit jeder Faser seines rumgetränkten Herzens verdient hatte. Der Grundtenor ist beim dritten Werk von Christopher Bowes (Gesang, Keyboard), Dani Evans (Gitarre), Gareth Murdock (Bass) und Peter Alcorn (Schlagzeug) natürlich derselbe geblieben, allerdings gibt es dieses Jahr keinen mitreißenden Überhit wie „Keelhauled“ und auch Ideen, die z.B. den Wiedererkennungswert wegen der Inkorporation eines bekannten Filmthemas fördern („No quarter“ verwendete das von Hans Zimmer komponierte Hauptthema aus der „Fluch der Karibik“-Reihe), sind auf „Back Through Time“ rar gesät.

Dabei grasen Alestorm nicht nur die sieben Meere ab, sondern steuern auch die unterschiedlichsten Genrehäfen an, in denen man auf einem Album von und über Piraten ankern kann. Es gibt energiegeladenen Thrash Metal mit Akkordeonbesetzung („Back through time“), Power Metal, der mit Thrashriffs hantiert („Shipwrecked“), Beiträge aus der Folk-Abteilung, die nie um einen eingängigen Singalongrefrain verlegen sind („The sunk´n norwegian“), Moshpunk, der heftig mit der Doublebass kopuliert („Midget saw“), astreine Thrashprügel für den Circle Pit („Buckfast powersmash“), Trinklieder („Rum“) und schunkelige Kompositionen für das allabendliche Saufgelage („Scraping the barrel“), sowie Geschichten rund um die See, welche in folkiges Midtempo eingebettet werden („Swashbuckled“, „Barrett´s privateers“) oder in epische Sphären ausbrechen, was sogar schwarzmetallische Einschlüsse zur Folge hat („Death throes of the terrorsquid“).

Trotz dieser stilistischen Abwechslung schaffen es Alestorm nicht den Hörer mit „Back Through Time“ bei Laune zu halten. Oft fehlt die zündende Idee, die den Funken überspringen lässt oder das brandschatzende Geschehen auf mitreißende Art und Weise untermalt. Vieles wird vom Vorgänger aufgewärmt und überhaupt wirkt die dritte Ausgabe des schottischen Piratenmetals als würde bei Bowes & Co. kreative Flaute herrschen, die durch möglichst viele Stilrichtungen kaschiert werden soll. Dennoch: „Hier gibt es Songs über Liliputaner. Hier gibt es Songs über Wisconsin. Hier gibt es Songs darüber durch die Zeit zu reisen und Wikinger zu töten. Und dazu natürlich noch Songs über Piraten, die das tun, was Piraten am besten können: saftige Arschtritte verteilen und eure Frauen rauben!“ Wer das will, ist hier goldrichtig!

Anspieltipps:

  • Back Through Time
  • Buckfast Powersmash
  • The Sunk´n Norwegian

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