Peter Murphy - Ninth - Cover
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Peter Murphy Ninth


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem Verständnis von atmosphärisch unheimlichen Klangflächen und einer sonderbar theatralischen Ausstrahlung waren Bauhaus eine der wichtigsten Protagonisten der aufkommenden Gothic-Szene in den frühen Achtzigern. Auch wenn sie im Albumkontext mehr bereithielten, wurde und wird der Song „Bela Lugosi's Dead“ als prägendes Bauhaus-Stück verstanden. Durch das kurzlebige Bestehen der britischen Formation kam Sänger Peter Murphy schon früh zu seinen ersten Solo-Alben, von denen besonders „Deep“ (1990) samt der in den USA überaus erfolgreichen Single „Cuts You Up“ für Furore sorgte. Außer einem Auftritt in dem Film „The Twilight Saga: Eclipse“ und einzelnen Kollaborationen wurde es zuletzt still um Peter Murphy, der sich nun sieben Jahre nach seinem letzten Longplayer in Form von „Ninth“ bodenständig im eingängigen Gothic-Rock zurückmeldet.

Geschmackvoll dunkel rockend und ohne große Ausbrüche auf der Kreativitätsskala setzt der Opener „Velocity Bird“ die erste prägende Duftmarke. Hymnenhaft treiben die Gitarren und das kernige Rhythmusgerüst den Song nach vorne, während Murphys Stimme wie eh und je charismatisch wohlige Schauer bereitet. Ins gleiche Muster fällt auch „See Saw Sway“, wo jedoch die feingliedrigen Gitarrenharmonien überzeugender tönen. Auch wenn es definitiv hochwertiger Gothic-Rock ist, melodiös wie dunkel erobernd, fehlt dem Hörer schnell die Wandlung im Geschehen. „I Spit Roses“ ist flankiert von Keyboard-Melodien, die so restauriert sind und den geschulten Hörer doch immer wieder packen. Das ist gut hörbar und in Teilen richtig klasse, doch auf Albumlänge zu wenig, um wirklich nachhaltig zu fesseln.

Die erste richtige Ballade erfährt das Werk durch „Never Fall Out“. Ein funkelnder Einblick in die Klasse der wandlungsfähigen Stimme Peter Murphys und doch nur ein kurzes Intermezzo, den Midtempo-Rock aufzubrechen. Sicher, ein Track wie „The Prince & Old Lady Shade“ macht einfach Spaß und fordert zum Schattentanz, während der Mittelteil kurz innehält, um gleich wieder zu treibenden E-Gitarren überzugehen. Doch mit dem Vermächtnis im Rücken wäre Peter Murphy deutlich mehr Wagnis zuzutrauen gewesen. Einen Eindruck davon vermittelt zum Beispiel das leidenschaftlich trübe „Secret Silk Society“, in dem bizarr schaurig die Zeit stillzustehen scheint.

Anspieltipps:

  • See Saw Sway
  • Never Fall Out
  • The Prince & Old Lady Shade
  • Secret Silk Society

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