The Middle East - I Want That You Are Always Happy - Cover
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The Middle East I Want That You Are Always Happy


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein siebenköpfiges Folk-Gespann verbirgt sich hinter den australischen The Middle East, bei denen die beiden Sänger/Gitarristen Robin Jones sowie Jordan Ireland so etwas wie die Masterminds sind und das Songwriting übernehmen. Ihre gemeinsame musikalische Vorliebe brachte sie zusammen und sollte nachhaltig Großes dafür ernten. Bereits die EP „The Recordings Of The Middle East“ aus dem Jahr 2008 (Re-Release in 2010) umfasste ihren eigenen Folk-Entwurf, in dem todtraurige Melancholie neben Glückseligkeit wunderbar harmoniert. Das wussten auch Ellie Goulding und Mumford & Sons, die mit ihrem Lob die Werbetrommel rührten. Hierzulande vernahmen viele The Middle East auf ihren Supportshows für The National und Midlake. Eine perfekte Vorlage für den Erstling im Albumformat, „I Want That You Are Always Happy“ betitelt.

Die Bandbreite der Australier, sowohl musikalisch als auch stimmungstechnisch, ist der größte Gewinn und gleichzeitig der Schlüssel zu einer außerordentlich spannenden Wohltat für die Sinne. Schattig und des Nebels der Nacht noch nicht entledigt, erobern die ersten Songs dunkle Regionen, in denen das Piano eine schaurig-schöne Funktion einnimmt. Nur langsam schieben sich Percussions und unterschwellige Effekte ans Licht, denn die tiefen Vocals können ganz allein die Regie eines noch höchst melancholischen Auftakts führen. Lupenreiner, sonniger Folk lässt allerdings nicht mehr lange auf sich warten. In Form von „Jesus Came To My Birthday Party” wird die eben noch so präsente Traurigkeit von der gut gelaunten Uptempo-Nummer verschluckt. Präsente Gitarren-Arrangements, teils freudestrahlend virtuos, geben den hier weiblichen Vocals einen packenden Unterbau.

„Land Of The Bloody Unknown“ verbindet quasi die beiden Elemente im Kosmos von The Middle East, die da träumerische Leichtigkeit und sehnsuchtsvolle Melancholie wären, um bei „Mount Morgan“ wieder tief in den Grabfundus zu greifen. Man beachte die an sich spärliche, jedoch immer wandlungsfähige Instrumentierung: Voller Anmut und Raffinesse schiebt sie einen tief in die Fänge von The Middle East, was für jeden einzelnen Song auf diesem Debütalbum gilt und in dieser Schnittmenge aus herausragenden Musikern sowie überwältigenden Auswüchsen im Songwriting einen absolut großen Wurf in 2011 darstellt.

Anspieltipps:

  • As I Go To See Janey
  • Jesus Came To My Birthday Party
  • Mount Morgan
  • Months

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