Simple Plan - Get Your Heart On! - Cover
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Simple Plan Get Your Heart On!


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Anfang war der Punkrock, dann kam der Pop-Punk dazu und am Ende steht der Pop ziemlich alleine da. Schon merkwürdig, welche Wendung die Karriere der kanadischen Band Simple Plan in den vergangenen zehn Jahren genommen hat. Mit ein paar Singlehits hier und da und über sieben Millionen verkauften Alben mag ihnen der Erfolg dafür sogar recht geben. Doch selbst eine vergleichbare Band wie Blink 182 kam zu ihrer aktiven Zeit nicht so glatt und rundgelutscht daher wie die Jungs aus Montreal, die damit in der Musikszene ganz schön polarisieren.

Mit ihrem vierten Studioalbum „Get Your Heart On!“, für das Pierre Bouvier (Gesang), Jeff Stinco (Gitarre), Sébastien Lefebvre (Gitarre), David Desrosiers (Bass) und Chuck Comeau (Drums) die ungewöhnliche Menge von 70 (!) Songs geschrieben haben, verfolgen Simple Plan auch weiterhin ihren einfachen musikalischen Plan: Jeder Song muss das Zeug zu einem potentiellen Radiohit besitzen und sofort ins Ohr gehen. Dementsprechend ähneln sich die Strukturen der Songs – egal ob Ballade oder Stadionhymne – auffällig oft, was nicht gerade zu einem spannenden Album beiträgt.

Auch die Texte sind simpel gehalten, stammen wie im Fall von „This song saved my life“ auch schon mal komplett aus gesammelten Twitter-Nachrichten von Simple-Plan-Fans, die zu dem Spaß aufgerufen wurden und sollen eigentlich nur den Zweck erfüllen, die ecken- und kantenlose Musik nicht unnötig sperrig zu machen. Deshalb heißen die Stücke dann auch „Summer paradise“ (ein Duett mit dem somalisch-kanadischen Rapper K´Naan), „Jet leg“ (ein Duett mit der britischen Sängerin Natasha Bedingfield) oder „Astronaut“ – und klingen auch so, wie es die Titel erahnen lassen: Harmlos und bis zum Exzess rundgelutscht.

Wem die erstgenannten Duettpartner komisch vorkommen, sollte sich nicht davon auf eine falsche Fährte locken lassen, dass mit Rivers Cuomo (Weezer) in „Can’t keep my hands off you“ und Alex Gaskarth (All Time Low) in „Freaking me out“ auch noch zwei Duettpartner aus der Rockabteilung an Bord sind. Produzent Brian Howes (Puddle Of Mudd, Boys Like Girls, Hinder) machte auch aus dieser Steilvorlage ein zuckersüßes Pop-Süppchen, das den Simple-Plan-Fans wie Öl runtergehen wird. Der neutrale Beobachter muss dagegen feststellen, dass das Öl auch im vierten Aufguss immer noch ziemlich ranzig schmeckt.

Anspieltipps:

  • Astronaut
  • Gone too soon
  • Last one standing

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