Christina Perri - Lovestrong - Cover
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Christina Perri Lovestrong


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Lovestrong“ ist ein überdurchschnittliches Debütalbum, das an einigen Stellen Luft nach oben hat.

Vom Tellerwäscher zum Millionär oder, wie im Fall von Christina Perri (25), von der Café-Haus-Managerin (was allemal besser klingt als Bedienung) in Beverly Hills zur weltweit erfolgreichen Sängerin und Songschreiberin. Das sind Lebensgeschichten, auf die unsere amerikanischen Freunde ganz besonders abfahren, die aber auch hierzulande prima vermarktet werden, sind sie doch zum Beispiel eine der Grundlagen der TV-Castingshows, die nicht nur die Musik, sondern auch die Künstler stark in den Fokus rücken.

Christina Perri wurde im Juli 2010 von einem größeren Entdeckt, als sie in der TV-Show „So You Think You Can Dance“ ihren Song „Jar of hearts“ singen durfte und die Zuschauer so sehr faszinierte, dass der Track binnen kurzer Zeit mehr als eine Million Mal aus dem Internet heruntergeladen wurde. Inzwischen wurden von dem Song mehr als 2,5 Millionen Einheiten an den Mann und die Frau gebracht. Als Lohn gab es einen Plattenvertrag mit Atlantic Records und einen vierwöchigen Studioaufenthalt mit Produzent Joe Chiccarelli (Tori Amos, The White Stripes, Jamie Cullum, Beck, My Morning Jacket), der ein Dutzend von Christina Perris vertonten Liebesgeschichten aufnahm.

Auch wenn Christina Perri bereits den ersten Hit ihrer Karriere landen konnte, wird es für sie kein Spaziergang, sich mit ihren zerbrechlichen Songs in der umkämpften Sparte der weiblichen Singer/Songwriter durchzusetzen. Denn dazu ist der Niedlichkeitsfaktor ihrer Stücke ab und an noch zu hoch („Bluebird“) und der Wiedererkennungswert noch nicht ausgeprägt genug („Bang bang bang“). Die „Lovestrong“-Produktion gibt zwar Acht darauf, die Kompostionen mit einem poppigen Unterbau zu unterfüttern, doch den Songs ist deutlich anzuhören, dass eine Akustikgitarre bzw. ein Piano als Grundlage durchaus genügen würde („Arms“, „The lonely“, „Sad song“).

Das klingt im ersten Moment nach einem Kompromiss, wirkt aber nicht so. Denn allein schon durch Perris Gespür für Melodien, die sich jeder musikalischen Form anpassen können, entwickelt „Lovestrong“ mit zunehmender Spieldauer einen ganz speziellen Reiz. Dabei stechen berührende Stücke wie „Jar of hearts“, „Miles“ und „Tragedy“ ganz besonders hervor, mit denen sich die 25-Jährige hinter keiner ihrer erfolgreichen Songwriter-Pop-Kolleginnen wie Feist, Sarah McLachlan oder auch Jewel verstecken muss. Fazit: „Lovestrong“ ist ein überdurchschnittliches Debütalbum, das an einigen Stellen Luft nach oben hat, was sich aber zukünftig mit dem mehr als angedeuteten Talent Christina Perris weiter zum Guten richten lassen sollte.

Anspieltipps:

  • Miles
  • Tragedy
  • Distance
  • Jar of hearts

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