Digitalism - I Love You Dude - Cover
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Digitalism I Love You Dude


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „I Love You Dude“ bringt das Hamburger DJ-Duo Digitalism erst vier Jahre nach dem äußerst erfolreichen Debütalbum „Idealism“ (2007) ihr zweites Album auf den Markt. Der von bekannten Größen wie Daft Punk, Justice und Kollegen des Kitsuné-Labels inspirierte Electro-Rock von Ismail Tuefekci und Jens Moelle hat sich in der Zwischenzeit weltweit einen Namen gemacht. Mit ihrem Zweitling versuchen die beiden nun, ihre Musik ein wenig mehr in Richtung Pop zu schieben, haben jedoch gleichzeitig wieder jede Menge Techno-Beats in der bekannten Soundästhetik parat, um die Elektropuristen zufrieden stellen zu können.

Zunächst fällt auf, dass „I Love You Dude“ entschieden kompakter als sein Vorgänger daher kommt: Während „Idealism“ noch aus 15 Stücken bei einer Gesamtlänge von 54 Minuten bestand, sind auf dem neuen Album lediglich zehn Lieder in 38 Minuten zu hören. Auch fällt der Nachfolger erheblich poppiger aus, was die Strophe/Refrain-Strukturen und eingängigen Melodien von „2 Hearts“ oder „Forrest Gump“ belegen. Die von Jens Moelle gesungenen Songs wechseln sich clever mit instrumentalen Stücken wie „Stratosphere“ oder „Miami Showdown“ ab, auch Stimmsamples („Reeperbahn“, „Antibiotics“) und weiblicher Gesang („Just Gazin'“) kommen zum Einsatz.

Schon an diesen Merkmalen von „I Love You Dude“ kann man erkennen, dass der Zugang zum neuen Album von Digitalism erheblich einfacher fällt. Doch elektroaffine Menschen sollten sich von diesem Umstand nicht abschrecken lassen, denn was das Duo auf ihrem zweiten Album an verschiedenen Sounds auffährt, ist durchaus beeindruckend. Das Album pendelt zwischen Electro-Pop („2 Hearts“, „Circles“, „Forrest Gump“), House-Clubextase („Stratosphere“, „Miami Showdown“) und ambienter Gelassenheit („Just Gazin'“). „Reeperbahn“ markiert mit seinen an The Prodigy erinnernden Breakbeats und verzerrten Stimmen einen Höhepunkt, während sich „Miami Showdown“ mit seinen typisch pumpenden Bässen und den rauschenden Synthies immer weiter nach oben schraubt. Auch Rockgitarren mogeln sich immer wieder in den Mix, z.B. bei „Forrest Gump“.

Ansonsten zeigen Ismail Tuefekci und Jens Moelle wieder, wie elegant und feinfühlig man elektronische Beats übereinander stapeln und über Tracklänge stetig weiterentwickeln kann. Immer wieder mischen sich im Verlaufe eines Songs weitere Texturen und Klänge zwischen die Beats. So ist die Musik von Digitalism meist komplexer, als sie im ersten Moment erscheint und ist gerade über Kopfhörer ein wahres Freudenfest für die Ohren. Allerdings ist Moelles Stimme nicht gerade die markanteste und nicht jeder Song kann aus diesem bunten Mix herausstechen. So gibt es mit „Antibiotics” oder „Encore” auch Schwachstellen.

„I Love You, Dude“ ist insgesamt jedoch ein angenehm kurzweiliges Stück moderner, elektronischer Club- und Tanzmusik, dass sich innerhalb seiner Möglichkeiten in verschiedene Gewässer vorwagt und auch melancholische Klänge nicht scheut. Es schlägt seinem Vorgänger, welcher gerade zum Ende hin etwas beliebig wirkte, damit locker ein Schnippchen.

Anspieltipps:

  • Circles
  • Forrest Gump
  • Reeperbahn
  • Miami Showdown

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