Ada - Meine Zarten Pfoten - Cover
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Ada Meine Zarten Pfoten


  • Label: Pampa Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer oder was ist ADA? Während die meisten Hörer bei diesem Namen einen Wald von Fragezeichen vor sich sehen, klingeln bei den Kritikern Deutschlands sämtliche Glocken. Bei ADA handelt es sich um Michaela Dippel, die 2004 mit ihrem Debüt „Blondie“ Minimal-House-Musik mit einem guten Schuss Pop produzierte, die dasselbe Schicksal wie das der meisten Indie-Musiker ereilte. Die Presse liebt die Musik, die Masse hört direkt dran vorbei. So hart kann das Künstlerleben sein, wobei es bei Minimal-House-Musik, der auch gerne Ambiente-Pop genannt werden darf, keine Überraschung sein dürfte, wenn die die finanziellen Erfolge ausbleiben. Sieben Jahre und einige, einzelne Arbeiten später versucht sich die fraglos begabte Frau ein zweites Mal an einem Langspieler und greift auch dieses Mal auf unkonventionelle Soundgerüste zurück.

Komischerweise ist der erste Name der dem Hörer in den Kopf schießen könnte Sufjan Stevens. ADA versucht auch diesmal der Tiefe eines Phillip Glass gerecht zu werden, doch der Weg dahin führt über sehr organisch wirkende Strukturen. „Likely“ zum Beispiel hört sich von den Instrumenten her kaum wie eine House-Nummer an. Hier herrscht durch und durch der Geist der Minimal-Musik. Nicht mehr und nicht weniger. Irgendwie verdreht, aber dann den Wurzeln doch treu und somit geradlinig. In Verbindung mit den elektronisch gehaltenen Liedern erinnert man sich unter Umständen an Stevens „Age Of Adz“. Dazu kommt noch die sanfte Note des Albums „Mine Zarten Pfoten“. Die Lieder wirken anschmiegsam und aufbauend, wie zum Beispiel „At The Gate“. Hier verbindet sich ein vorantreibender Beat mit natürlichem und elektronisch bearbeiteten Piano, was zu einer erhebenden Melodie führt.

Es ist ein Unding zu raten, ob dieses Album großen Erfolg haben wird. Das große Publikum ist heute nicht mehr mit Minimal-Musik zu begeistern, doch da, wo die Tugenden des Genres noch gefragt sind, sollten Michaela Dippel sämtliche Türen offen stehen. In den gerade mal neun Stücken (plus Bonustrack) finden sich so viele Ansätze für anspruchsvolle Pop-Musik, wie man sie nur noch von Gruppen wie Klez.e hört. Nicht jeder Moment ist so brillant scheinend wie „At The Gate“, doch eine gewisse Magie und Sogkraft kann man der Musikerin nicht absprechen, wenn sie es im Abaschlusslied mit nicht viel mehr als einer Textzeile und kaum wahrnehmbarer Melodie den Hörer über mehr als drei Minuten fesselt. ADA präsentiert sich auf „Meine Zarten Pfoten“ intim, simpel, gekonnt und bringt zehn anständige Melodien in die weite Minimal-Palette der deutschen Musiklandschaft ein. Durch den Mix aus elektrischen und organischen Klängen dürfte der Zugang zum Genre auch Einsteigern leicht fallen, wogegen Core-Hörer auf allzu verrückte Experimente verzichten müssen.

Anspieltipps:

  • 2 Likely
  • Likely
  • At The Gate

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