Hekate - Die Welt Der Dunklen Gärten - Cover
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Hekate Die Welt Der Dunklen Gärten


  • Label: Auerbach/SOULFOOD
  • Laufzeit: 68 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit „Godess“ (2004) haben Hekate keine CD mehr veröffentlicht. Zum einen lag das daran, dass es diverse Umbesetzungen gab, zum anderen widmeten sich die Musiker Soloprojekten oder anderen Bands. Seit 2008 tritt man wieder in der jetzigen Besetzung, Susanne Grosche kehrte wieder zurück, auf und 2011 durchstreifen die Koblenzer Neo-Folker „Die Welt der dunklen Gärten“.

Im Gegensatz zum Vorgängeralbum wird der elektronische Anteil wieder zurückgefahren und man spielt die seit gut 20 Jahre gewohnte Mischung aus (Neo-)Folk, Mittelaltermusik und Liedermachertum mit deutlichem Gothic-Einschlag und sogar Gothic-Anschlussfähigkeit. Allerdings gibt es doch eine kleine Neuerung. Das Soundbild ist weniger rauh oder direkt sondern weich, sanft und besser durchdacht als früher. Dies hat die Band Patrick Damiani zu verdanken, der den Silberling produzierte. Beim Opener „Byronic Hero“ fällt sofort der für Sänger Axel Menz typische englischsprachige Gesang auf, der durch extremen deutschen Akzent hervorsticht und neben Briten, Englischlehrern als auch vielen Hörern Ohrenschmerzen bereiten dürfte. Zudem ist die Melodie zwar anheimelnd und harmonisch, erschöpft sich jedoch in einer Art Endlosschleife, irgendwann trotz nur drei Minuten Songdauer nervt.

Ganz anders sieht das im folgenden „Jardin d´Anais” aus. Susanne Grosches Singstimme legt sich wie Balsam aufs Ohr und verströmt die zum Lied passende romantische Stimmung. Kleine Elemente wie das in den Hintergrund gelegte Akkordeon und die angenehm zurückhaltenden Percussions unterstützen das Lied kongenial. “In my Garden” beginnt mit einem weiteren Pluspunkt des Albums. Die elektronischen Sounds werden nur noch als flächiges Gerüst verwendet. Auch wirkt der Duettgesang der beiden SängerInnen harmonisch, allerdings muss man betonen, dass Susanne Grosche Axel Menz locker in die Tasche steckt. Lyrisch geht Hekate einen zweigeteilten Weg. Während einige Texte von Byron, Eichendorff und Löns übernommen werden, gibt „Idilia Dubb” eine Legende aus dem Koblenzer Land wieder und „Per aspera ad astra” erinnert an den Maler Karl Friedrich Diefenbach, dessen gleichnamiges Bild auch das Cover ziert.

Neben den schwachen männlichen Gesangsdarbietungen ist ein weiterer Schwachpunkt die Qualität der Melodien. Schön sind sie größtenteils, keine Frage. Das Dilemma ist die Kurzlebigkeit der Melodien. Bei den meisten Liedern verliert der Zuhörer nach der Hälfte der Spieldauer das Interesse. Lediglich bei den Liedern mit weiblichen Vocals kann die Stimme länger fesseln. Dafür, dass die Band gut sieben Jahre keine Veröffentlichung herausbrachte, ist das Comeback zu unausgegoren und auch wenn inhaltlich der Anspruch hehr ist, mehr als ein gerade noch durchschnittliches Werk.

Anspieltipps:

  • Jardin d´Anais
  • The present day

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