R.E.M. - Lifes Rich Pageant (Deluxe Edition) - Cover
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R.E.M. Lifes Rich Pageant (Deluxe Edition)


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 94 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

R.E.M. waren nicht immer die Soft-Rocker, die sie heute sind. Also zumindest nicht im Vergleich zu damals.

Schön, wenn andere bereits die Arbeit für einen erledigen. So darf man sich einen Text zu R.E.M.s Neuauflage von „Lifes Rich Pageant“ vorstellen. Allmusic berichtet uns bereits von „excellent songs“, PopMatters bescheinigt dem Album „an atmosphere of timelessness“ und der Rolling Stone redet gar vom vielleicht „band's best album“. Muss man da noch viel sagen? Für alle, die noch keine 25 Jahre der Rockmusik verfallen sind, wäre zumindest ein grober Überblick wohl hilfreich.

R.E.M. waren nicht immer die Soft-Rocker, die sie heute sind. Also zumindest nicht im Vergleich zu damals. Die Herren Buck, Mills, Stipe und Berry wirkten damals frisch und Nummern wie „Begin The Begin“ und „Just A Touch“ klingen auch heute noch mehr als lebendig. Michael Stipes Stimme ist natürlich von jeher eine Altherrenstimme, doch die dazugehörigen Melodien wirken energiegeladen und aufstrebend. Dazu kommen die paar typischen Stücke, die dem Pop frönen („Fall On Me“ oder „Swan Swan H“), aber auch ein Ausflug ins Psychedelic-Gefilde („Underneath The Bunker“). Der Pop behält objektiv sogar die Oberhand, aber ähnlich einem „OK Computer“ von Radiohead zünden alle Songs und vor 25 Jahren gab es Lieder diesen Schlags noch nicht wie Sand am Meer.

Aber warum überhaupt zu dieser neuen Edition greifen? Natürlich klingt das Album Remastered noch mal einen ganzen Tick schmucker und sauberer, was manchen jedoch auch sauer aufstoßen könnte. Die Songs klingen für den einen zahmer, wo sie für andere ganz neuen Hörgenuss bieten. Festzuhalten bleibt sachlich lediglich, dass das Album so klingt, als wäre es erst dieses Jahr produziert worden. Das allein reicht aber nicht, um neue Kundschaft zu vertrösten. Deswegen gibt es noch 19 Songs die alle noch nicht veröffentlicht wurden. Zumindest die Version, die hier verkauft wird. R.E.M. Veteranen werden die ein oder andere Nummer finden, die Jahre oder Jahrzehnte später für Aufsehen und Fan-Freude gesorgt haben. Von den zahlreichen Tracks findet sich leider nahezu das komplette Album wieder, das die erste CD darstellt. Wer also gejammert hat, dass die Band zu schnörkellos im überarbeiteten Zustand klingt, der wird hier vertröstet. Wer wirklich ein Mehr an Liedern erwartet wird leicht vor die Stirn gestoßen.

„Bad Day“ allein ist für manche wahrscheinlich schon genug zum Vertrösten dieses Faktes, doch man kann nicht außer Acht lassen, dass sich auch noch bloße Jam-Ausschnitte vorfinden und die wirklich neuen Lieder der zweiten CD bei einer Hand voll Liedern liegt. Wer also wirklich eine vollwertige zweite Platte erwartet, der muss sich anderweitig umschauen. Eine viel bessere Alternative für all jene, die das Album noch nicht besitzen gibt es jedoch nicht. Besonders jene, die auf sauberen Klang und ordentliche Produktion stehen, ist diese Neuauflage ein Genuss.

Anspieltipps:

  • Begin The Begin
  • Fall On Me
  • Superman

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