Devin Townsend Project - Ghost - Cover
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Devin Townsend Project Ghost


  • Label: Inside Out/EMI
  • Laufzeit: 73 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nun endlich sind sie fertig, die zwei letzten Alben der vierteiligen Devin Townsend Project Saga, die sein bisheriges Leben mit all seinen Süchten, Gefahren, Ängsten und der neuen Zuversicht darstellt. Ursprünglich sollten sie alle in einem Jahr erscheinen, dann sind aber doch zwei Jahre vergangen, so dass die beiden ersten Teile „Ki“ und „Addicted“ nun auf einen Schlag mit „Deconstruction“ und „Ghost“ vervollständigt werden. Die beiden Alben sind wie gegensätzliche Pole, die deshalb den Beinamen „calm and the storm“ bekommen haben.

Devin Townsend Project, Part IV: Ghost
„Ghost” ist ein Ambient-Album, oder sagen wir lieber es soll eins sein. Was als erstes auffällt ist Devins seltsame Vorstellung von dieser Musikrichtung. Das Werk klingt nach einem Termin bei einer Thai-Massage, diese Süßholz raspelnden Flötenklänge, die sich durchs ganze Album ziehen, erinnern ungemein an typische Entspannungsmusik. Eigentlich sind diese Thai-Massagen eher als weitergehende Massagen bekannt und damit wahrscheinlich doch actionreicher als dieses Album. Vielleicht also eher Entspannungsmusik, der man im Aufzug, beim Yoga-Training oder ähnlichem begegnet.

Was zu Beginn des Albums noch angenehm dahin schwebend klingt, wird mit jedem weiteren Song immer gleichförmiger und bedeutungsloser mit einem vorläufigen Tiefpunkt bereits beim fünften Stück, dem Titeltrack „Ghost“. Danach ein Lichtblick mit „Blackberry“, bei dem quarkende Frösche einen Country-Song einläuten, indem neben Devin eine Frauenstimme sanfte Klänge beisteuert. Mit „Monsoon“ wird direkt im Anschluss das Vorhaben Massagesalon noch am gelungensten umgesetzt, indem ohne einschläfernde Gesangspassagen einfach die Atmosphäre zum prägenden Mittelpunkt des Musikstücks wird. Genau das fehlt nämlich den meisten anderen Stücken, sie säuseln einfach vor sich hin ohne die notwendige Stimmung zu erschaffen, die einen in die Musik abtauchen lässt.

Das war es dann auch schon, zwei in der Mitte des Albums liegende Stücke, die als einzige eine Erwähnung wert sind. Die restlichen 63 Minuten klingen nach einer rigorosen musikalischen Abspeckkur, einer noch ruhigeren Version von „Ki“, die ohne markante Lebenszeichen und ohne diesen angespannten Unterton daherkommt, eine langweilig dahin plätschernde Ansammlung von den immer gleichen Ideen. Ambient kann so viel mehr, Devin kann so viel mehr, aber leider nicht in Kombination.

Anspieltipps:

  • Blackberry
  • Monsoon
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