Queensryche - Dedicated To Chaos - Cover
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Queensryche Dedicated To Chaos


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Herzlich Willkommen zur Enttäuschung des Jahres! Nein, zu diesem Schluss kommen wir nicht, weil „Dedicated To Chaos”, das mittlerweile 12. Album der Progressive Metalband aus Bellevue, Washington, absolut gar nicht in den Kontext der bisherigen Diskographie von Queensryche passt und in diesem Sinne jedwede Vergleiche zum grandiosen Opus Magnum „Operation: Mindcrime“ (04/1988) Schwachsinn wären, sondern weil Geoff Tate (Gesang, Keyboard, Saxophon), Michael Wilton (Gitarre), Parker Lundgren (Gitarre), Eddie Jackson (Bass) und Scott Rockenfield (Schlagzeug) den Bogen einfach überspannt haben und ein Fremdschämmoment den nächsten jagt.

Im Vorfeld hatte Tate für den Nachfolger zu „American Soldier“ (03/2009) dabei noch einige interessante Details auf Lager. Dass das Album nach Lady Gaga klingen soll, war definitiv keins davon, aber immerhin ein geschickt gesetzter PR-Gag um im Gespräch zu bleiben. Freudiger wurde sicher der Fokus auf die Gitarrenarbeit und eine rythmusorientiertere Herangehensweise erwartet. Schlussendlich wird den Fans lediglich ein schlechter Witz vorgesetzt über den selbst aufgeschlossene Ohren nicht lachen werden können. Die Anweisung „Enjoy - Headphones are a must“ klingt in diesem Zusammenhang wie eine Selbstbauanleitung für den elektrischen Stuhl.

0815-Geschrammel eröffnet den Reigen des schlechten Geschmacks („Get started“), abgelöst durch mittelmäßigen Altherrenrock, der entweder richtig alt („Hot spot junkie“), erzwungen cool („Got it bad“) oder einfach nur nach U2 klingt („Around the world“). In „Higher“ bocken die Gitarren endlich ein wenig und lenken die Platte in die richtige Richtung, woraus „Retail therapy“ und „At the edge“ einen qualitativen Aufschwung beziehen können. Vor allem letzterer Song atmet Durchtriebenheit und Spielwitz, was „Drive“ mit pseudodramatischen Gesten postwendend zunichte macht. „It´s a carnival“ heißt es dann in „Wot we do“ und der Mantel des Schweigens erfasst den ehrenwerten Verfasser dieser Zeilen.

Im hinteren Drittel gibt es dafür immerhin halbgare AOR-Gebärden („I take you“), Stadionrock mit schunkeliger Begleitstimme (It´s around youhuuuu“, „The lie“) und ein zerfasertes Prog-Gebilde, bei dem sich Queensryche wohl kurz zum Jammen getroffen haben und irrtümlich der REC-Knopf gedrückt wurde („Big noize“). Ist der Spuk dann einmal vorbei, freut man sich nicht auf den nächsten Durchgang oder spielt noch einmal seine Favoriten an, sondern entfernt die CD aus dem Abspielgerät, reiht sie in den hintersten Winkel des Regals ein und versucht das Gehört so schnell es geht zu vergessen. Das Leben ist schließlich zu kurz um sich mit einem solch schmerzhaften Album länger zu befassen!

Anspieltipps:

  • At The Edge
  • Retail Therapy

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