Rob Zombie - Hellbilly Deluxe 2 (Deluxe Edition) - Cover
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Rob Zombie Hellbilly Deluxe 2 (Deluxe Edition)


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer die Originalausgabe von „Hellbilly Deluxe 2“ bereits im Schrank hat, kann sich das Geld sparen.

Natürlich ist es rechtmäßig sich aus einem Karrieretief zu befreien, wenn man neues Material in direkter Beziehung mit seiner besten Arbeit setzt. Weniger erfreulicher ist allerdings die Tatsache, dass Mr. Cummings alias Rob Zombie den (sowohl qualitativ, als auch kommerziell) deutlich schwächeren Output „Hellbilly Deluxe 2“ (01/2010) der gleichen Veröffentlichungsstrategie unterzieht wie seinem stimmigsten Werk „Hellbilly Deluxe“ (08/1998) und nun ebenfalls eine Special Edition nachlegt, die vor allem eins ist: fragwürdig. Da wird eine abgeänderte Trackliste mit neuen Tracks angeboten, die mehr Schein als Sein ist, eine DVD mit 08/15-Bonusmaterial (eine Video, ein Live-Mitschnitt und eine Tourdoku) dazugepackt und der treue Fan so zweimal zur Kasse gebeten. Natürlich bekommt die Die Hard-Zielgruppe mit der an „Dragula“ angelehnten Nummer „Devil´s hole and the big revolution“, dem stampfenden „Everything is boring“ und der genial-schaurigen Halloween-Hommage „Michael“ mehr Zombie für sein Geld, aber für diese drei Songs den vollen Preis zu verlangen, ist etwas dreist.

Aufmerksame Zombie-Anhänger werden jetzt auf das zusätzliche „Theme for an angry red planet“ und die alternative Fassung von „The man who laughs“ pochen, doch wenn ersteres Stück nur die von „Mars needs women“ losgelöste Einleitung darstellt und letzteres den langatmigen Schlagzeugpart durch Gitarrengezupfe ersetzt und den Song so um zwei Minuten beschneidet, ist das eher eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Abgesehen von diesen zweischneidigen Draufgaben ist „Hellbilly Deluxe 2“ natürlich noch immer das gleiche Album wie von vor einem Jahr. Mr. Cummings verlässt die sterbenslangweiligen Pfade eines „Educated horses“ (05/2006) und wähnt sich in groovende, zwischen Stoner, Space und Hardrock pendelnde Kompositionen, die perfekt zu jedem Thrash- oder Grindhousefilm passen würden.

Das ist dann entweder witzig umgesetzt wie in der von einer Hammond Orgel begleiteten Nummer „What?“ („Jerk it out“ von den Caesars lässt grüßen), darf auf Unterstützung einer Slidegitarre hoffen („Werewolf, baby“) oder bewegt sich in abwechslungsreichen Gefilden wie im versurften „Werewolf women of the SS“ oder den stampfenden Exponaten „Mars needs women“ und „Sick bubblegum“. Mit dem drogenschwangeren „Cease to exist“, der fünf Minuten langen Endlosschleife „Jesus Frankenstein“ und den lärmenden bzw. unaufgeregten Stoner Rock-Nummern „Death and destiny inside the dream factory“ und „Virgin witch“ bohrt sich Zombie dafür weniger zielstrebig in die Gehörgänge, lediglich „Burn“ kann als anfänglicher Wackelkandidat aufgrund seines kurzweiligen Konstrukts nach ein paar Durchgängen auf die Gunst des Hörers zählen.

Fazit: Wer die Originalausgabe von „Hellbilly Deluxe 2“ bereits im Schrank hat, kann sich trotz der deutlichen Verbesserung zu „Educated Horses“ das Geld gerne für den nächsten Kinofilm von Mr. Cummings sparen, denn wegen des neuen, zweifelhaften Bonusmaterials halten sich die Special Edition und die Standardfassung die Waage.

Anspieltipps:

  • Michael
  • Werewolf, Baby
  • Mars Needs Women
  • Werewolf Women Of The SS

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