Roger Waters - The Collection - Cover
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Roger Waters The Collection


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 582 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Waters-Schaffen in einer kleinen Kiste untergebracht.

Als Roger Waters (67) die von ihm gegründete Prog-Rock-Band Pink Floyd im Jahr 1985 verließ und als aufgelöst erklärte, sahen die Floyd-Jünger schweren Zeiten entgegen. Doch die Dinge regulierten sich trotz eines erbitterten Rechtsstreits zwischen Waters und seinen alten Bandkollegen im Laufe der Jahre zum Guten. Sowohl Pink Floyd als auch Waters veröffentlichten in unregelmäßigen Abständen neue Alben und spielten große Tourneen.

Roger Waters brachte bereits im April 1984 sein erstes Soloalbum „The Pros And Cons Of Hitch Hiking“ auf den Markt, nachdem die Bandkollegen von Pink Floyd die Songs abgelehnt und sich für das „The Wall”-Vorhaben entschieden hatten. Es erschien elf Monate nach „The Final Cut“ (03/1983), dem letzten Pink-Floyd-Album mit Roger Waters, und stellt ein aus düsteren in Realzeit ablaufenden Traumsequenzen bestehendes Konzeptalbum dar. Der Sound, wie sollte es auch anders sein, ist sehr dicht an dem von Pink Floyd zu dieser Zeit, so dass es nicht verwunderlich ist, dass der Bandmanager die Musik gerne unter dem Floyd-Banner veröffentlicht gesehen hätte.

Das drei Jahre später veröffentlichte „Radio K.A.O.S.“ (06/1987), das sich inhaltlich um den 23-jährigen Rollstuhlfahrer Billy aus Wales dreht, der in der Lage ist, mit seinem Kopf Funkwellen zu empfangen, dadurch eine Art Schnurlostelefon erfindet und sich als Hacker in Militärcomputer einschleicht, kommt mit dem für die 80er Jahre typischen leicht blechernen und sterilen Sound daher und grenzt sich bereits etwas stärker vom Pink-Floyd-Sound ab.

Auch das programmatische dritte Soloalbum „Amused To Death“ (09/1992) stellt ein Konzeptwerk dar, das als umfassende Medien- und Gesellschaftskritik konzipiert ist. Als Basis diente das Buch „Amusing Ourselves To Death“ von Neil Postman. Die Songs sollten ursprünglich unter dem Titel „Radio K.A.O.S. 2“ auf den Markt kommen und werden landläufig als beste Waters-Arbeit nach „The Wall“ bezeichnet. Das Album ist deutlich progressiver und eher ruhig ausgefallen. Es erinnert in seiner ganzen Machart an die großen Konzeptwerke Pink Floyds und sollte in keiner Sammlung der Floyd-Jünger fehlen.

2005 erschien mit „Ca Ira“ das erste klassische Album von Roger Waters. Es stellt eine Oper in drei Akten über die Französische Revolution dar und wurde unter Mitwirkung herausragender Solisten wie dem walisischen Bassbariton Bryn Terfel, der chinesischen Sopranistin Ying Huang und dem amerikanischen Tenor Paul Groves eingespielt. Und quasi zum Abschluss liegt auch das Live-Doppelalbum „In The Flesh – Live“ (12/2000) vor, das mit 24 Songs sowohl von Pink Floyd (u.a. „Another brick in the wall”, „Time”, „Money”, „Wish you were here”, „Shine on you crazy diamond” und „Comfortably numb”) als auch Roger Waters solo beeindruckt.

All diese Werke sowie die „In The Flesh – Live“-DVD wurden von Sony Music in einer weiteren Collection-Box (gibt es u.a. bereits von Elvis Presley, Toto, Bruce Springsteen und Whitney Houston) verpackt, die zum Freundschaftspreis in den Handel kommt und bis auf drei Soundtrack-Arbeiten sowie das „The Wall Live In Berlin“-Album das gesamte Schaffen des Briten abdeckt.

Anspieltipps:

  • Radio K.A.O.S. (Album)
  • Amused To Death (Album)
  • In The Flesh – Live (Album)

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