Beyoncé - 4 - Cover
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Beyoncé 4


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Schade, aber das riecht nach einem Flop!

2½ Jahre nach ihrem letzten Studiowerk „I Am... Sasha Fierce” (11/2008) sowie gleich zwei nachgeschobenen Live-Alben in 2009 und 2010 steht das nunmehr vierte Soloalbum von R&B-Chanteuse Beyoncé Knowles, sinnigerweise „4“ betitelt“, in den Läden. Darauf hat die 29-Jährige in einjähriger Produktionszeit wiederum mit hochkarätigen Songschreibern wie der Balladenfachfrau Diane Warren, Chad Hugo von The Neptunes, Kanye West, André 3000 (OutKast) und Babyface alias Kenny Edmonds zusammengearbeitet.

Mit der Entscheidung für diese (und noch ein paar andere) Songwriterkollegen geht eine musikalische Veränderung einher, die sich weniger an europäischen Hörgewohnheiten orientiert. Das bedeutet, dass der Pop-Anteil zugunsten von überwiegend balladesken R&B-Titeln fast auf den Nullstand heruntergefahren wurde. Das muss nichts Schlechtes sein, doch in Bezug auf „4“ ist das Ergebnis relativ ernüchternd.

Beyoncé versucht viel, um ihren Hörern etwas Neues zu bieten. So setzt sie in der ersten Singleauskopplung „Run the world (girls)“ mehr auf Rhythmus als auf Melodie, sie ahmt in „1+1“ den Prince-Sound der 80er Jahre nach und verbastelt in „End of time“ Breakbeats und Bläser. All das klingt im Ansatz spannend, aber in der Summe nicht konsequent und stimmig genug. Verlässlich ist nur, dass Diane Warren zu jeder Zeit eine große Melodie aus dem Ärmel schütteln kann („I was here”) und dass die Stimme Beyoncés wie immer großartig ist.

Doch das hilft dem Album diesmal nicht, um als überdurchschnittlich wahrgenommen zu werden. Dazu fehlt den meisten Songs der letzte Kniff und einfach ein Spritzer mehr Esprit. Was tröstet, ist dagegen, dass „4“ mit einem üppig bebilderten 27-Seiten-Booklet aufwartet, das ein echter Hingucker ist. Das Albumcover hatte dies ja schon angedeutet. Zudem liegt der CD eine Probe von Beyoncés erster Parfümkreation „Heat“ bei. Wenigstens hier geht das Konzept auf. Denn diesen Himbeerduft bekommt man(n) garantiert nicht so schnell aus der Nase. Ganz im Gegensatz zu den 12 Songs auf „4“, die sich keinen Platz im Langzeitgedächtnis erkämpfen können. Schade, aber das riecht (sic!) nach einem Flop!

Anspieltipps:

  • I miss you
  • Start over
  • Countdown
  • I was here

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