Wakey! Wakey! - Almost Everything I Wish I´d Said The Last Time I Sawa You... - Cover
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Wakey! Wakey! Almost Everything I Wish I´d Said The Last Time I Sawa You...


  • Label: Kartel/SOULFOOD
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Last, immer gefallen zu wollen, klebt geradezu an Wakey! Wakey!

Der schmale Grat. Viel zitiert und nie gefunden und auch Wakey! Wakey! tun sich mit diesem Balanceakt schwer. Das Album deutet zwei Richtungen an: Verdrehter Indie oder kitschiger Pop-Rock. Wohin geht die Reise schlussendlich? Die Antwort möchte die Band aus den USA, die dieses Jahr Support für James Blunt sind, anscheinend selbst geben. Gleich zu Beginn des knackig (oder unverschämt) kurzen Albums kommt eine Nummer daher, die für Erstaunen und Gewissheit.

„Almost Everything“ hat alles, was den perfekten Radiosong ausmacht. Ohrwurmmelodie, eine epische Instrumentalisierung mit Streichern und griffigen Riffs und eine etwas zu Kanten freie Stimme. Wenn sich der Hörer mit sanfterer Indie-Musik anfreunden kann, dann scheint er hier gut aufgehoben. Auch „The Oh Song“ zeigt, dass selbst die gewollt coole Seite der Band sanft bleibt, wenngleich ein gewisser Groove nicht abzusprechen ist. Was frisch und frivol beginnt wird allerdings sehr schnell zu Fahrstuhlmusik der Oberklasse. Nur wenige werden sich „Aquare Peg Round Hole“ oder „Got It All Wrong“ als Top-Titel schönreden. Hier handelt es sich um schöne Pop-Werke, die nur darauf warten in zukunftsbejahender Werbung genutzt zu werden, aber nicht, um länger als eine Saison in den Köpfen der Hörer zu bleiben.

Natürlich bietet die emotionale Combo auch eine Reihe an ruhigen Balladen, die allerdings ebenfalls das Prädikat „gut, doch schon gehört“ verdient haben. Es fehlen die Besonderheiten, die die Band von Genre-Konkurrenten abgrenzen. „Light Outside“ schafft es an keiner Stelle wirklich zu bewegen. Selbst das schön inszenierte Violinen-Solo kann da nicht mehr als „gutes Mittelmaß“ ausrichten. Streng genommen sprechen wir hier natürlich von Nörgelei auf hohem Niveau, aber ein wenig mehr hätte es im Endeffekt ruhig sein dürfen.

Ausgerechnet bei der letzten Nummer zeigt sich dann das Problem der Band. Hier packen sie endlich mehr aus, versuchen sich experimentell an Gypsie-Musik, die immer wieder einen unglaubwürdigen Sprung zu Radio-Epic-Pop macht. Die Last, immer gefallen zu wollen, klebt geradezu an Wakey! Wakey! Und so schaffen sie es nie, ihre Fesseln vollends abzulegen. Für diesen sehr limitierten Stil findet die Band allerdings viel zu selten den richtigen Zugang, wie eben beim Opener, dem „The Oh Song“ oder dem groovigen und endlich mal durchgeknallten und nicht Mainstream orientierten „1876 – The Brookly Theatre Fire“. So bleibt es bei Harmlos-Pop mit einigen reizvollen Ausrastern nach oben.

Anspieltipps:

  • Almost Ecverything
  • The Oh Song
  • 1876 – The Brooklyn Theatre Fire

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