Joss Stone - LP1 - Cover
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Joss Stone LP1


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit gerade einmal 24 Jahren hat die britische Sängerin Joss Stone bereits vier Studioalben aufgenommen, von denen zusammen mehr als elf Millionen Einheiten verkauft wurden. Das ist beachtlich. Ihr Debütalbum „The Soul Sessions“ (02/2004) brachte Joss Stone im zarten Alter von 17 Jahren auf den Markt und gewann damit die Herzen des Publikums im Sturm. Ihrer Plattenfirma Virgin Records (EMI) schien dies offenbar nicht zu reichen. Sie redete der Sängerin unaufhörlich in die Entstehung ihrer Werke rein und wollte gar die Veröffentlichung von „Colour Me Free“ (10/2009) verhindern.

Diesen „Spaß“ macht Joss Stone nun nicht mehr mit! Die 24-Jährige quittierte kürzlich den Dienst bei der ehrwürdigen EMI und gründete ihr eigenes Label Stone’d Records. Auf diesem Weg bringt sie ihre Musik von nun an in Eigenregie mit der Vertriebshilfe von Sony Music auf den Markt. Den Neuanfang markiert die Soul-Sängerin mit ihrem fünften, sinnigerweise „LP 1“ benannten Studio-Longplayer, bei dem ihr Eurythmics-Gründer Dave Stewart (u.a. Jon Bon Jovi, Ringo Starr, Mick Jagger, Bob Dylan) als Produzent unter die Arme griff.

Das Album wurde in der amerikanischen Musikhochburg Nashville aufgenommen und war in weniger als einer Woche im Kasten. Der Aufnahmeort und die Geschwindigkeit der Sessions färbten natürlich auf den Sound des Albums ab, das in Nuancen rauer und spontaner daherkommt, freilich ohne eine gewisse Mainstreamtauglichkeit vermissen zu lassen. Etwas anderes war bei Dave Stewart als Produzent aber auch nicht zu erwarten.

Die Mehrzahl der Kompositionen geht auf die Kappe des Duos Stone/Stewart, das sich in Sachen Songwriting zwischen den Koordinaten Blues, Rock, Pop und Soul bewegt und damit die für Joss-Stone-Alben gewohnten Felder beackert. Gesanglich ist die 24-Jährige dabei wie immer eine wahre Pracht, wenn sie ihrer Stimme freien Lauf lässt und in Songs wie z.B. „Karma“, „Landlord“ oder auch „Newborn“ ihre unglaubliche Soulröhre auspackt, zu der die erdiger als zu EMI-Zeiten wirkende Instrumentierung hervorragend passt.

Der Gesamteindruck steht und fällt natürlich mit der Qualität der Kompositionen, die allesamt auf einem guten bis sehr guten, aber selten auf einem absolut herausragenden Niveau sind. Für A&R-Manager, die auf der Suche nach einem Singlehit sind, ist „LP 1“ demnach kein Eldorado. Wer sich dagegen an einem knackig, in einem Rutsch durchlaufenden Soul-Popalbum erfreuen kann und will, sollte Joss Stones Neuanfang auf Indie-Pfaden eine Chance geben.

Anspieltipps:

  • Karma
  • Newborn
  • Somehow
  • Boat yard
  • Cry myself to sleep

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