Céline Rudolph - Salvador - Cover
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Céline Rudolph Salvador


  • Label: Boutique/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Promo-Text zur neuen Platte „Salvador“ von Céline Rudolph heißt es, sie sei „gelassen sensationell“. Wir drehen den Spieß um und stellen fest, dass die gute Frau sensationell gelassen auf ihrer neuen Platte daherkommt. Ein winziger Unterschied mag das für einige zu sein scheinen, aber dahinter verbirgt sich mehr. Die Mischung aus Bossa-Nova und Jazz gibt ein südländisches Lebensgefühl wieder, dass sich schon auf Rudolphs letztem Album fand. Perfekt zum Betrachten von Dschungelbildern und zum Ausspannen in der Sonne. Dieses Programm scheint sich auf „Salvador“ zu wiederholen, was nichts Schlechtes sein muss. Aber auch nicht zwingend etwas Sensationelles.

Vom ersten Track an verzaubert die bezaubernde, wenn auch etwas undeutliche Stimme Célines zu Bossa-Nova-Rhythmen, was sie von den meisten Chansonettes der jüngeren Vergangenheit abhebt. Die Texte behandeln entweder die Liebe zum Sommer, zur Natur oder zu anderen Menschen und so bleibt das Thema dieses optimistischen, ruhigen Albums recht überschaubar. Zu solch entspannender Musik braucht man jedoch auch keine Sozialkritik. Wer allerdings nicht gerade seinen Puls senken möchte oder sowieso schon ein wenig schläfrig ist, der nimmt lieber Abstand von dieser beruhigenden Platte.

Ein Kritikpunkt ist das Springen zwischen den Sprachen, welches oft seltsam anmutet. Besonders gleichzeitige Ausflüge ins Englische und Französische sind eher irritierend, als virtuos anzusehen. Das Englische mutet meist gekünstelt an und das Französisch gleicht mehr einem „weil ich es kann“ als einer echten Bereicherung. Höhepunkte musikalischer Art sucht man ebenfalls vergebens, da das Album auf einer Schlagzahl bleibt. Dafür gibt es alles, was man sich bei Bossa-Nova-Jazz wünschen kann. Gedämpfte Bläser, klimperndes Piano, warme Rhythmen und eine relaxte Akustikgitarre. Keine Spielereien erlaubt sich Madame Rudolph und überzeugt mit Authentizität.

Organisch ist das Album auf jeden Fall und auch der Stil wurde gut getroffen, allerdings lässt das Album jegliche Dynamik vermissen. Man wünscht sich, zumindest ein einziges Mal mitsummen zu können, aber dies lässt Céline Rrudolph konsequent nicht zu. Dass es auch anders geht, beweisen Vanessa DeMata oder auch – trotz anderen Genres – Jason Mraz. Entspannte Stimmung und eindringliche Melodie müssen keine Gegensätze sein. Die Musik auf „Salvador“ bleibt jedoch wie ein Gemälde, welches man betrachtet. Man kann es betrachten, jedes Detail erkennen, aber die Musik wirklich zu leben fällt nicht immer leicht, da die gute Frau uns keine Höhen und Tiefen gibt, in denen wir uns verlieren könnten.

Anspieltipps:

  • Liebeskrank
  • Wintergarten
  • Ticket Zum Mond

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