Theory Of A Deadman - The Truth Is - Cover
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Theory Of A Deadman The Truth Is


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Berechenbar, ideenlos und absolut hitparadentauglich.

Wie doch die Zeit vergeht! „Tyler Connolly hat eine sehr prägnante Stimme, die wie geschaffen ist für eine Mischung aus harten Rocksongs und radiotauglichen Balladen. Davon bieten Theory Of A Deadman insgesamt zehn Stück auf ihrem Debütalbum an, wobei das Übergewicht klar bei den härteren Tracks liegt.“ wusste Kollege Reichel im September 2002 zur Veröffentlichung des selbstbetitelten Erstlings der Chad Kroeger-Schützlinge zu berichten. Beinahe ein Jahrzehnt später ist von der Mischung aus Grunge und Alternative Rock, die sich damals zwischen Nickelback und Puddle Of Mudd einordnen ließ, so gut wie nichts mehr vorhanden. Als Dauerabonnent in den kanadischen und amerikanischen Charts und mit vier Platin-Auszeichnungen in der Tasche müssen Tyler Connolly (Gesang, Gitarre), David Brenner (Gitarre), Dean Back (Bass) und Joey Dandeneau (Schlagzeug) mittlerweile eben ein ganz anderes Klientel bedienen als Post Grunge hungrige Teenager.

Doch nicht nur deswegen klafft bei „The Truth Is“ die Qualität-Kommerz-Schere meilenweit auseinander wie noch nie bei Theory Of A Deadman. Zündende Ideen? Fehlanzeige! Ein Partytrack wie der Opener „Lowlife“ mag schließlich ganz nett sein, aber wenn sich schlussendlich herausstellt, dass diese Nummer schon mehr oder weniger Höhepunkt war, dann läuft irgendwas verkehrt. Hinzu kommt ein in den Texten eindimensionales Frauenbild, für dass sich Herr Connolly schämen sollte. Musikalisch ordnet sich das Ganze zwar bei einer absolut zahnlosen Mischung aus Bon Jovi und Kid Rock ein, die weder vor einer Ukulele („The truth is“), Streichern („Hurricane“), Trompeten („Gentleman“), Hörnern („Bitch came back“) oder pathetischem Stadiongeschunkel („Love is hell“, „Head above water“, „Easy to love you“) Halt macht, aber der ständige Wechsel von der davongelaufenen oder unerreichbaren Dame des Herzens zu einer lästigen „bitch“ ist auf Dauer einfach nervig.

Da fallen selbst strunzdämliche Refrains wie „I, I, I, I, I can´t get you out of my head“ positiv auf, obwohl sich wahrscheinlich selbst Fönfrisur Kroeger für einen derartigen Schni-Schna-Schnappi-Text schämen würde. Doch ob man es glaubt oder nicht, es geschehen noch Zeichen und Wunder und mit „Drag me to hell“ verirrt sich eine ziemlich harte Alternative Rock-Nummer ins Bierzelt und lässt an alte Zeiten denken, bis die abschließende Halbballade „We were men“ das Ruder übernimmt und den Hörer in die bittere Realität zurückzerrt. Berechenbar, ideenlos und absolut hitparadentauglich – Mit diesen Schlagwörtern lässt sich „The Truth Is“ wohl am besten umschreiben. „What were you thinking“ fragt sich selbst Herr Connolly. Meine Herrschaften, es ist noch nicht zu spät um aufzuhören.

Anspieltipps:

  • Lowlife
  • Drag Me To Hell

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