Sol Invictus - The Cruellest Month - Cover
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Sol Invictus The Cruellest Month


  • Label: Prophecy Productions
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sol Invictus galten lange Zeit als DIE Neo-Folk-Band schlechthin, doch aufgrund häufiger Mitgliederwechsel und schwächerer Alben wurde es spätestens 2005 nach dem Erscheinen von „The devil´s steed” still um die Band von Mastermind Tony Wakeford. Dieser hatte das Album eigentlich auch als Abschluss der Band eingeplant, doch sein Umzug nach Frankreich, sowie das Finden bzw. Wiederfinden neuer, wie auch ehemaliger Mitglieder stimmte ihn um und so erscheint nun „The cruellest month”. Über dieses Werk sagt Wakeford: „Es ist eine Meditation über das Älterwerden und den Niedergang, nicht nur für das Individuum, auch für Reiche und Staaten. Es handelt von der Frage, ob die Grausamkeit des Lebens schlicht eine Reflektion der Grausamkeit Gottes ist oder ob wir lediglich grausam um der Grausamkeit willen sind. Es ist eine utopienfreie Zone.“

So sollte man sich auch nicht der Utopie hingeben, es gäbe fröhliche Melodien auf diesem Album. Sol Invictus prägten frühzeitig den Begriff „Apocalyptic Folk” für ihre Musik und „Raining in April” unterstreicht dies. Auf eine ohnehin düstere Akustik-Melodie legt sich eine verquer sägende E-Gitarre und über allem thront der dunkle, teilweise sehr monotone (Sprech-)Gesang Wakefords. Dieser dürfte auch für viele Zuhörer auf dem gesamten Album gewöhnungsbedürftig bis abstoßend wirken.

Im Gegensatz zu der gesanglichen Monotonie steht die musikalische Qualität, die außer Frage stehen sollte. Songs wie „Toys” oder „Something´s coming” belegen die Fertigkeiten der Musiker zweifelsfrei. Kompositorisch ist das Werk sehr zwiespältig zu sehen. Zwar wurden Traditionals wie „Cruel Lincoln” und „The blackleg miner” hervorragend in da Klangbild Sol Invictus´ umgesetzt, dafür ist bei vielen Liedern deutlich das immer derselbe Rhythmus, dieselbe Struktur verwendet wurde.

Natürlich ist Neo-Folk kein Genre das vor Innovation sprüht, ein bisschen mehr hätte es aber gern sein können. Titel wie „Toys”, „The cruellest month” und das instrumentale „April rain” zeugen davon das die Band immer noch enormes Potenzial hat. Nimmt man „The devils steed” als Maßstab, „The cruellest month” müsste als Quantensprung gesehen werden. Dies würde aber darüber hinwegtäuschen, dass sich auf dem aktuellen Silberling Licht und Schatten abwechseln, es aber insgesamt doch recht düster bleibt. Für Die-Hard-Fans ist die Scheibe ohnehin ein Pflichtkauf, ob sich die Band neue Fans erspielt, bleibt abzuwarten.

Anspieltipps:

  • Toys
  • The cruellest month

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