Pietro Lombardi - Jackpot - Cover
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Pietro Lombardi Jackpot


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschland suchte mal wieder den Superstar und erkor den 18-jährigen Pietro Lombardi aus Karlsruhe dazu. Allerdings nur ganz knapp vor der Zweitplatzierten Sarah Engels (18) aus Köln, die pikanterweise mit Pietro Lombardi liiert ist. Wie passend, dass auf Lombardis Debütalbum „Jackpot“ sogleich ein Duett der beiden untergebracht wurde („I need you“).

„Jackpot“ setzt sich aus einem halben Dutzend Coverversionen und noch einmal der gleichen Menge an Songs aus der Feder von Dieter Bohlen (57) zusammen. Dieser schrieb auch die erste Single „Call my name“, die sich wie bei DSDS-Gewinnern üblich wie geschnitten Brot verkaufte und den ersten Platz der Single-Charts einnahm. Damit ist die Herrlichkeit aber auch schon vorbei! Denn was danach auf „Jackpot“ dargeboten wird, kommt einem Totalausfall gleich.

Zu den Kompositionen Dieter Bohlens muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden. Er schüttelt ein paar Lieder von der Stange aus dem Ärmel, die immer nach dem gleichen Schema funktionieren – bzw. nicht funktionieren. Da wäre z.B. ein Party-Track wie „Holidy“, der mit stampfenden Beats und einem unterirdischen Rap-Part aus schlimmsten Euro-Dance-Pop-Zeiten daherkommt oder auch der mit leichten Reggae-Anleihen versetzte Song „Crazy like me“, der bei der letzten Mark-Medlock-Produktion übrig geblieben zu sein scheint. Einfach nur Massenware, ohne Identität und Charakter.

Pietro Lombardi hat eine Stimme, die sich gut im R&B-Bereich machen würde, wie das Jay-Sean-Cover „Down“ zeigt. Doch anstatt an diesem Stil anzuknüpfen, bekommt der Teenager DJ-Ötzi-Ballermann-Versionen von „Que sera sera“ und „Don’t worry, be happy“ (Bobby McFerrin) aufgebrummt. Als Gegenpart stehen musikalisch unfassbar zahnlose Interpretationen der Balladen „Mad world“ (Tears For Fears), „Can you feel the love tonight” (Elton John) und „Wenn das Liebe ist” (Glashaus) auf dem Zettel. Das alles ist so langweilig, vorhersehbar und mutlos zusammengeschustert, dass einem der junge Sänger fast schon leid tun kann. Hoffen wir, dass Pietro Lombardi wenigstens gut dafür bezahlt wird, so eine Grütze singen zu müssen.

Anspieltipps:

  • Down
  • Mad world
  • Call my name

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