Madeleine Peyroux - Standing On The Rooftop - Cover
Große Ansicht

Madeleine Peyroux Standing On The Rooftop


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wieder sind zwei Jahre ins Land gezogen und Madeleine Peyroux offenbart erneut ihre angenehme Stimme. Das letzte Album bremste sich allerdings mit fehlenden Ideen aus und so muss man auch dieses Mal bangen, ob die Jazz-Sängerin diesmal den richtigen Kniff findet. Fehlende Innovation kann man ihr nicht vorwerfen, da das neue Album mit Jazz nicht mehr wirklich etwas zu tun hat, sondern sich im Singer/Songwriter-Stil mit einer Prise Soul präsentiert. Der Opener „Martha, My Dear“ zeigt sich sogar von einer ungewohnten Seite, die an Country erinnert. Hat jemand Madame Peyroux ausgetauscht? Nein, das ist ganz sicher ihre Stimme und der Auftakt macht Lust auf mehr.

„The Kind You Can't Afford“ ist gleich eine Spur repräsentativer für das neue Album. Hier klingt der soulige Orgel-Sound und die Slide-Gitarre durch. Alles mehr um sich in die Kissen fallen zu lassen und zu entspannen, als mit dem Fuß zu wippen. Dem Geist ihrer Jazz-Musik bleibt Peyroux demnach treu. Wer darauf hofft, dass Madeleine Peyroux im Stile einer Soul-Dame auch mal auf den Putz haut, ist mit „Standing On The Rooftop“ an der falschen Adresse. Dafür weiß ein „The Kind You Can't Afford“ allerdings mit seiner ruhigen Kraft zu überzeugen. Die Melodie geht angenehm ins Ohr und sorgt für gehobene Unterhaltung. Auch die meisten folgenden Lieder folgen dem Schema eines ruhigen Soul-Abends und versuchen besonders über Peyrouxs angenehme Stimme zu überzeugen. Das funktioniert natürlich, allerdings nur in Maßen. Richtig Spaß machen die Lieder erst, wenn die gute Frau noch eine richtig gute Melodie wie bei „Things I've Seen Today“ mitliefert.

Wenn zur Mitte des Albums abermals drei Stücke ertönen, die erneut dem Country huldigen, wundert man sich über die Mischung mit Soul zwar, doch immerhin ist „Martha, My Dear“ somit kein Außenseiter auf dem Album. Nicht nur der ungewohnten Mischung, sondern auch der Sorgfalt, mit welcher die Tracks geschustert wurden, sei es gedankt, dass dem Hörer auf diesem Album nicht das 08/15-Gefühl der letzten Platte aufstößt. Besser so psychedelische Stücke wie der Titeltrack oder „Love In Vain“, die sich mehr oder minder an einem wabernden Ton entlanghangeln, als fünf Mal ein „Leaving Home Again“. Alleinstehend sind die poppigeren Momente, wie eben genanntes Lied, willkommen, doch wenn sie Überhand nehmen, erfahren wir dieselben Probleme wie auf dem letzten Album.

So schafft Madeleine Peyroux es, dass dem Hörer stets etwas Neues geboten wird und zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. Allein für Lieder wie „Don't Pick F ight With A Poet“ muss man vor dem neuen Album den Hut ziehen und anerkennen, dass „Standing On The Rooftop“ mehr als nur Mittelmaß ist. Butterweiche Themen mischen sich mit herben Melodien und der Stimme Peyrouxs oftmals zu etwas wirklich Schönem. Trotz einer ganzen Stunde Laufzeit weiß Peyroux diesmal zu unterhalten und so ist der kleine Durchhänger des letzten Albums schnell vergessen.

Anspieltipps:

  • Don't Pick A Fight With A Poet
  • The Party Ought To Be Coming Soon
  • The Kind You Can't Afford

Neue Kritiken im Genre „Jazz“
Diskutiere über „Madeleine Peyroux“
comments powered by Disqus