Tedeschi Trucks Band - Revelator - Cover
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Tedeschi Trucks Band Revelator


  • Label: Classical/Sony Music
  • Laufzeit: 61 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ausladende Blues-Nummern mit dem gewissen Etwas!

Zusammen ist alles doppelt so schön, muss sich Derek Tedeschi gedacht haben, nachdem er mit der Derek Trucks Band Erfolge feierte. Also gleich noch Ehefrau Susan mit ihrer Blues-Stimme als vollwertiges Gründungsmitglied vorstellen und schon ist es die Tedeschi Trucks Band. Eine glückliche, große Familie mit dem musikalischen Ehepaar aus Slide-Gitarrist und Sängerin als Speerspitze. Neun weitere Musiker, die von Piano, über Schlagzeug bis hin zu Bass und Brass alles bieten, was den vollmundigen Klang der Band ausmacht. „Revelator“ ist ein großer Spielplatz für die Großfamilie, auf dem sie all ihre Liebe zu Blues, Rock und Soul ausdrücken wollen.

Der Anfang lässt den Hörer noch ein wenig abwarten, da leichte Country-Elemente an eine unentschlossene Aimee Mann erinnern. Der Blues versteckt sich beinahe und die Fülle der Instrumentalisierung will sich noch nicht wirklich offenbaren. Allein Dereks Slide-Gitarre darf sich in ordentlichem Maß austoben. Mit „Don't Let Me Slide“ wird dann aber alles besser und somit richtig gut. Der zweite Track des Albums macht keine Sekunde lang einen Hehl daraus, dass hier sexy Soul gespielt wird. Wer hier nicht sinnlich zum Song wippen möchte, der sollte seine Gehörgänge untersuchen lassen und die Synapsen fürs Rhythmusgefühl gleich mit. Gitarrensoli, Brass und Susans volle Stimme geben hier einen Ton an, den man so schnell nicht missen möchte.

Die Country-Note schleicht sich jedoch auch immer wieder ein und ist in Form der Mini-Orgel per Keyboard in „Midnight In Harlem“ und „Bound For Glory“ weniger für Soul-, als für Wilco-Reminiszenzen zuständig. Allerdings darf man den Country-Legenden von Wilco auch einen Hang zur Genre übergreifenden Musik vorwerfen. Besonders bei „Bound For Glory“ ist am Ende doch so viel Blues, dass keiner aufmucken, sondern einfach nur genießen möchte. Die nötige Portion Singer/Songwriter reicht anschließend „Simple Things“, welches man sich auch formidabel mit Aimee Mann vorstellen möchte. Ansonsten beschränkt sich die Band auf ihre große Stärke: Ausladende Blues-Nummern mit dem gewissen Etwas und Himmel sind die elf Freunde da gut drin. So gut wie bei „Ball And Chain“ fühlt man sich nur selten und auch sechs Minuten ziehen sich bei anderen Bands länger als bei der Tedeschi Trucks Band und „Until You Remember“.

Nach einer guten Stunde ist der Spaß vorbei und lädt zum immer wieder hören ein. Bis auf den Opener und die ein oder andere nicht sofort zündende Melodie bietet „Revelator“ so viele überzeugende Momente, dass man dieses Album noch oft in den Plattenspieler legt. Wann immer es einem nach Blues-Gesang und knackiger Gitarre ist, der wird dieses Album ruhigen Gewissens auswählen können und zu Liedern wie „Learn How To Love“ die Luftgitarre auspacken. Wenn die Band nicht gegen Ende zu opulent werden würde und mit mehrminütigen Soli einen Tick zu verspielt wird, könnte man bei „Revelator“ vom perfekten Griff für den relaxten Sommer 2011 für Jedermann sprechen. So ist die knappe Hälfte des Albums nur etwas für Liebhaber des Fachs, doch das ist wohl auch so beabsichtigt.

Anspieltipps:

  • Don't Let Me Slide
  • Simple Things
  • Learn How To Love

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