Alain Johannes - Spark - Cover
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Alain Johannes Spark


  • Label: Rekords Rekords/DOMINO
  • Laufzeit: 29 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alain Johannes legt mit Spark sein Solodebüt vor. Dabei haben wir es hier mit einer gestandenen Szenegröße zu tun, die seit Ende der 80er Jahre allen voran Seite an Seite mit seiner Frau Natasha Shneider schwer produktiv war. Mit ihrer Band Eleven haben sie großartige Alben vorgelegt, jedoch blieb ihnen der ganz große Erfolg verwehrt. Doch auch neben dem Hauptschauplatz Eleven waren die beiden anderweitig umtriebig. Häufig in der zweiten Reihe, aber stets hatte es Hand und Fuß, was die beiden in Angriff genommen haben. 1999 haben sie zum Beispiel gemeinsam Euphoria Morning, das Solodebüt von Chris Cornell produziert, und als Musiker ausgeholfen. Eine andere längerfristige Kooperation hat sich dann mit Josh Homme und den Queens Of The Stone Age ergeben, wo Johannes, aber auch Shneider wiederholt bei Studioaufnahmen, aber auch Live Auftritten an Bord waren. Zu Letzt war Johannes dann quasi das vierte inoffizielle Mitglied der All-Star-Combo Them Crooked Vultures. Wo bleibt da noch die Zeit und Kraft für ein Soloalbum?

Der Anlass für Spark ist leider ein trauriger, denn es ist ein Andenken an seine Frau Natasha Shneider, die 2008 an Krebs gestorben ist. Entstanden sind die Songs zu einem guten Teil während der Zeit mit den Them Crooked Vultures. Aufgenommen hat Johannes die acht Stücke in einer viertägigen Aufnahmeklausur im Alleingang.

Johannes präsentiert sich hier als gekonnter Singer-Songwriter und braucht nicht vielmehr als seine Zigarrenkistengitarre, die er malträtiert und dabei singt, als ginge es um sein Leben, oder eben das seiner Frau. Es gibt viele Gründe, Musik zu machen und zu hören. Feierlaune, Wut, Zorn, Verzweiflung sind nur einige davon. Aber die Mischung von abgrundtiefer Trauer, unerschöpflicher Liebe und Hoffnung, die jede Sekunde von Spark prägen, machen das extrem persönliche Album zu einem wirklich ergreifenden Werk und zeugen von der Kraft der Musik. Beim Hören erlebt man entsprechend viele Emotionen gleichzeitig. „It's killing me that I must go on living / Just to fill this cup of promise / With meaning / It's tearing me apart / we're so connected / It's the you in me / Each day I'm resurrected” singt Johannes im Opener „Endless Eyes“ und gleich bleibt einem ein dicker Kloß im Hals sitzen. So ein Seelenstriptease erfordert schon eine Menge Mut, aber man kann sich gut vorstellen, dass es für einen Kreativkopf wie Johannes genau die richtige Antwort auf einen solch schweren Verlust ist. Johannes hat erzählt, dass er während der Aufnahmen die Anwesenheit seiner toten Frau spüren konnte. Was pathetisch klingt, nimmt man ihm ob dessen was man auf Spark hört, tatsächlich ab.

Selbst wer nicht so sehr auf Songwriter-Musik steht, muss Spark unbedingt Authentizität und jede Menge Herzblut bescheinigen. Doch wenn man mal „nur“ auf die Musik schaut, dann ergibt auch die ein stimmiges Bild. Das Gefrickel auf der erwähnten Zigarrenkistengitarre kann was und weiß zu überzeugen. Aber das der gute Alain ein fähiger Musiker ist, ist wirklich nichts neue. Prädikat „eindrucksvoll“.

Anspieltipps:

  • Endless Eyes
  • Return To You
  • Gentle Ghosts
  • Unfinished Plan
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    6.5/10

    Mental Jewelry (25th Anniversary Edition)
    • 2017    
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