D - Vampire Saga - Cover
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D Vampire Saga


  • Label: GanShin/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem derzeit sechsten Studioalbum (im Januar 2011 in Japan erschienen) erobern die japanischen Visual Kei Künstler der Band D nun auch den deutschen Markt. Gegründet im Jahr 2003 mag man bei erster Betrachtung noch die Vermutung anstellen, es handle sich um eine junge Band mit wenig Erfahrung. Der genauere Blick belehrt Gegenteiliges, denn alle Musiker der Band können bereits auf längere Karrieren bei diversen anderen Bands zurückblicken und sind längst alte Hasen des Musikgeschäfts.

Doch wer genau verbirgt sich hinter diesem simplen Bandnamen? Zum einen ist da Sänger und Songwriter Asagi, der nicht nur für einen Großteil des Liedguts der Band verantwortlich ist, sondern ihr mit seiner Stimmbreite und Klangvielfalt einen ganz eigenen Charakter gibt. Seit 1994 ist er als Musiker – damals für die Band Balsamic – tätig und war auch Mitglied der Band Syndrome (2001 -2002), aus der später D entstand. Ruiza, ebenfalls ehemaliges Syndrome-Mitglied, ist nicht nur Leadgitarrist der Band, sondern neben Asagi ebenfalls als Songwriter der Band zu benennen. Vor allem seine ausgefeilten Gitarrenriffs sind eine Hörprobe wert. Hide-Zou, der die zweite Gitarre der Band spielt, Tsunehito am Bass und Hiroki am Schlagzeug machen das Line Up perfekt und ergänzen die starken Köpfe der Band durch ebenso lange Erfahrung und die richtige Portion Talent.

Der vorliegende Silberling ist bereits die sechste Veröffentlichung der Band. Ist sie das Richtige, um die Herzen der Fans zu erobern und zeitgleich Interesse für das Gesamtbild der Band zu wecken? Diese Frage kann man nur mit einem deutlichen „Ja!” beantworten. „Vampire Saga” ist eindeutig der Beweis, dass eine Band spannendes, neues Material liefern kann und trotzdem ihrem Stil völlig treu bleiben kann. Mit „Muku Naru Bara no Inori” startet die CD nicht nur choral und mit epischem Charakter, sondern auch zeitgleich mit dem ersten Beweis für Asagis fesselnden, abwechslungsreichen Gesang und sanfte Gitarrenlinien. Schon bei „In The Name of Justice“ offenbaren die Musiker ihren Pop-Rock Charakter, der für Genre-unbekanntere Ohren ein wenig einem Anime-Soundtrack entsprungen klingen mag und gute Laune verbreitet. Auch hier können sich starke Gitarrenriffs nicht aus dem Fokus der Aufmerksamkeit ziehen und sammeln weitere Pluspunkte für den Silberling. „Underground Road“ beweißt, dass Asagi stimmlich auch in deutlich tieferen Lagen bezaubern kann und spätestens bei „Day Walker“ ist klar, dass diese Band auch zu handfestem japanischen Metal fähig ist, die auch mit starken Growls punkten kann.

So entwickelt sich schon in den ersten 4 Titeln ein breites Klangspektrum an Möglichkeiten, die D zu bieten hat. Es mag sich im ersten Moment ein wenig seltsam lesen, all diese Stilrichtungen zu mischen, doch interessierte Hörer werden merken, dass es tatsächlich funktioniert. Außerdem besonders zu erwähnen ist „Desert Warrior“. Zum Titel passend erklingen schon im Intro des Songs orientalische Klänge, die sowohl die Experimentierfreudigkeit der Band noch einmal unterstreichen und trotzdem harmonisch ins Gesamtbild des Albums passen. „Düstere Melancholie“ und „bittersüße Melodien“, zwei Eigenschaften mit denen der Stil der Band gerne beschrieben wird, setzen sich allerdings nicht immer durch, wie sich zuletzt im Bonustrack „Silver Acorn Bullet“ zeigt. Der Track verbreitet locker leichte gute Laune und fördert mit dem ein oder anderen Klangeffekt ein leichtes Schmunzeln des Hörers. So hinterlässt der Silberling einen breiten Gesamteindruck der Band, verabschiedet sich zeitgleich mit einem Lächeln und macht Lust auf mehr!

Zusätzliche Pluspunkte gewinnt das Album auch durch das zweite Booklet, das die englischen Übersetzungen der im ersten Booklet in japanischer Schrift abgedruckten Texte enthält und so den Fans ermöglicht auch die Songtexte ihrer Lieblinge zu verstehen. Insgesamt betrachtet ist der vorliegende Silberling ein wirklich starkes Album einer kreativen japanischen Band, das durchaus einen Blick wert ist!

Anspieltipps:

  • Muku Naru Bara no Inori
  • Day Walker
  • Dessert Warrior

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