Falconer - Armod - Cover
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Falconer Armod


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Was als einzigartiges Unterfangen in der Geschichte der Schweden angepriesen wurde, ist nicht mehr als ein größtenteils zerfahrener Longplayer.

Das verflixte 7. Album beginnt mit einem Knall. Nein, eigentlich mit Ratlosigkeit: „Svarta änkan“ brettert als hungriges Riffmonster durch die melodieselige Landschaft der aus Mjölby stammenden Falconer und besinnt sich erst nach etwa 3 Minuten eines Besseren, wo der Theaterschauspieler und Musicalsänger Matthias Blad die anfangs scheinbar unzähmbare Bestie mit zusätzlich einsetzendem Frauengesang besänftigen kann. Die Freude über diesen hübsch in Szene gesetzten Gesangspart währt allerdings nur kurz und das Biest befreit sich. Unentschlossen torkelt es umher, teilt noch ein paar Schläge aus, bleibt, nachdem es nach sieben Minten endlich zum Erliegen gekommen ist, aber ein einziges Rätsel. Woher kam es und wieso war es so wütend?

Mit „Dimmornas drottning“ nimmt man dann zum Glück wieder altbekannte Fährten auf und tastet sich behutsam in das Falconer-Lager zurück, das nach einer Blastbeat-Attacke der benachbarten Mithotyn („Grifterid“) ziemlich verwüstet ist. Die Einwohner (Stefan Weinerhall (Gitarre, Keyboard), Jimmy Hedlund (Gitarre), Magnus Linhardt (Bass) und Karsten Larsson am Schlagzeug) sind gerade dabei es nach alten Mustern aufzubauen, was angesichts der peitschenden Riffwinde nicht ganz so einfach ist. Letztendlich ist es aber geschafft und mit „O, Tysta ensamhet“ wird am Lagerfeuer auf minimalistische Art und Weise der einheimischen Folklore gehuldigt, die ab der Mitte zusätzliche Unterstützung durch alle Einwohner erhält.

Am nächsten Tag geht es wieder auf die Jagd und „Vid rosornas grav“ ist der antreibende, folkgetriebene Soundtrack dazu, der in Endlosschleife durch die Männer Falconers erklingt. Bevor den Kindern mit „Herr Peder och Hans Syster“ dann eine makabre Gute Nacht-Geschichte erzählt wird, die ihre tolle Stimmung nach einiger Zeit an die Einfallslosigkeit verliert, schwenken die Männer zu den Klängen des kurzweiligen „Grimborg“ das Füllhorn. In der Nacht wird es mit „Eklundapolskan“ im wahrsten Sinne des Worten „apocalypt-isch“ und „Grimasch om morgonen“ mimt die behutsame Lagerfeuerballade, wie sie schon häufig in diesem Lager zu hören war.

„Fru silfver“ scheut hingegen nicht davor zurück heftiger zuzupacken und kann mit einsetzenden Flöten und Streichern gelungene Akzente setzen, die das Unterfangen „Armod“ in die richtige Richtung steuern lässt. Da „Gammal fäbodpsalm“ als metallisch-folkloristisches Instrumental mit Orgelklängen jedoch schon die letzte Tat der Falconer ist, hält sich die Freude über „Armod“ in Grenzen. Was als einzigartiges Unterfangen in der Geschichte der Schweden angepriesen wurde und angesichts der komplett in Schwedisch gehaltenen Songs mit einem starken Fokus auf Folk-Einbindung die Erwartungshaltung schürte, ist nicht mehr als ein größtenteils zerfahrener Longplayer, der den Anschluss an seinen großartigen Vorgänger „Among Beggars And Thieves“ (08/2008) komplett verliert. Stellenweise so hart und ungebunden wie noch nie, dafür aber nicht annähernd so herzlich!

Anspieltipps:

  • Griftefrid
  • Fru Silfver
  • Dimmornas Drottning

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