Tim Knol - Tim Knol - Cover
Große Ansicht

Tim Knol Tim Knol


  • Label: Excelsior/H'ART
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Delta Spirit. Das ist die Referenz, wenn man folkigen Rock dieser Tage macht. Wenn Americana durch jeden einzelnen Song fließt, dann kommt man um die sympathische Band aus Amerika nicht herum. Verdächtig ähnlich hört sich da der Niederländer Tim Knoll auf seinem selbst betitelten Debüt. In den Niederlanden bereits seit letztem Jahr als neuer Stern der Szene gefeiert und mit den Vorbildern Wilco und Neil Diamond verglichen, kann es doch nur bergauf für den Senkrechtstarter gehen.

Tatsächlich beginnt das Album sehr routiniert und gar nicht so frisch, wie man es sich von einem Debüt vielleicht erwartet. Vom ersten Track an wirkt Knol sehr sicher und spult seine recht einfachen Melodien gekonnt herunter. Leider wirken die Lieder dabei starr und schaffen es zu Beginn nicht, Bewegung in den reifen Klang des Musikers zu bringen. „Clean Up“ bewegt sich in seinen knappen drei Minuten nirgends hin und erst mit „Sam“ zeigt der Songwriter, dass er auch richtig gute Melodien mit Prägnanz fürs Ohr schreiben kann. Hier passt von der ersten Strophe bis zum Chorus alles. Die leicht raue Stimme und die recht reduzierte Instrumentalisierung um die Akustik- und E-Gitarre sorgt für das nötige Flair und fertig ist gute Country-/Folk-/Americana-Musik.

Bei Balladen tut sich der junge Mann noch weniger schwer und zaubert mit „Sounds Familiar“, „Find All The Love“ und weiteren Stücken richtig gute Nummern aus dem Hut. Es klingt aufs erste Hören beinahe zu gut um wahr zu sein, wenn sich nach der Hälfte des Albums nicht das einzige Manko des Mannes offenbaren würde. Das Album ist homogen und lässt sich gut in einem Rutsch hören, doch teilweise lassen sich die Lieder schwer auseinanderhalten. Die wirklich großen Momente bleiben aus, sodass jedes Lied zwar einen guten Eindruck hinterlässt, aber keines hervorstechend im Ohr bleibt. In diesem Fall handelt es sich um Kritik auf gehobenem Niveau, aber die wirklich starke Leistung eines Interpreten muss es sein, Lieder zu schaffen, die dem Hörer in Erinnerung bleiben. So schafft Tim Knol es „nur“ Songs zu präsentieren, die man auch wiederholt gerne hört und leistet sich bis auf die Eröffnung keine Schwäche. Auch wenn man mit den Vergleichen mit Genregrößen zu Beginn vorsichtig sein möchte, versteht man nach einer guten Dreiviertelstunde sehr gut, warum die Nachbarn aus dem Westen so große Hoffnungen in diesen Mann setzen.

Anspieltipps:

  • Only Waiting
  • Sam
  • Driving Home

Neue Kritiken im Genre „Americana“
Diskutiere über „Tim Knol“
comments powered by Disqus