The Vines - Future Primitive - Cover
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The Vines Future Primitive


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 34 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Als am Anfang des neuen Jahrtausends Bands wie The Strokes oder The White Stripes als Helden der Stunde gefeiert wurden, rückten auch The Vines in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie paarten auf „Highly Evolved“ (2002) Alternative-, Garage- und Psychedelic-Rock auf freche und kurzweilige Weise und konnten so Hits wie „Get Free“ oder „Ride“ verzeichnen. Bei der Band um Sänger Craig Nicholls zeigte sich jedoch schnell der kurze Atem, denn die Nachfolgealben „Winning Days“ (2004), „Vision Valley“ (2006) und „Melodia“ (2008) wiederholten lediglich das Erfolgsrezept und konnten weder an Erfolg noch Qualität des Erstlings anschließen. Zuletzt war Nicholls mit seiner Band nur noch eine Randnotiz, während beispielsweise The Strokes am Anfang diesen Jahres ein Comeback feierten.

Dies wird The Vines, die mit „Future Primitive” ihr fünftes Album veröffentlichen, sicher nicht zuteil werden. Auf 34 Minuten Länge bieten Nicholls (Gesang, Gitarre), Ryan Griffiths (Gitarre), Hamish Rosser (Schlagzeug) und Brad Heald (Bass) taktlose und einfach schlecht gesungene Balladen („Goodbye“), verhallten Psychedelic-Rock („A.S.4“) sowie eine Handvoll Garage-Rock Songs („Gimme Love“, „Weird Animals“), die man schon genau so und nicht anders von The Vines gehört hat. Die Arrangements, wie die Streicher des Stücks „Leave Me In The Dark“ klingen meist aufgesetzt und dahingeklatscht. Überraschende, aber völlig bemühte und vollkommen verkorkste Experimente mit Synthesizern und Effekten („All That You Do“, „Outro“) trüben nicht nur weiter den Gesamteindruck, sondern stören auch noch den Albumfluss. Craig Nicholls vermag es nicht, seinem Output auch nur eine Spur frischen Wind einzuhauchen oder Variation hinzuzufügen und klingt gesanglich noch genauso nachlässig, nasal und nölig wie früher. Ohne den Rotz und die Energie von früher fehlt dem Album einfach der Fun-Faktor.

Eigentlich braucht man über „Future Primitive“ nicht viel mehr Worte zu verlieren: Zum Schluss nervt noch das nicht nur vom Namen her völlig deplatzierte „Outro“ mit all seinen sinnlosen Effekten und Soundspielereien. Danach folgen noch die Akustikballade „Goodbye“ und der Standard-Song „S.T.W“. In diesen letzten Minuten ist „Future Primitive“ so dermaßen unschlüssig, dass man sich fragt, wer die Songs zusammengestellt hat. Das Titelstück kann halbwegs überzeugen, das ist nämlich kurz, knackig und hat, wie auch „Black Dragon“, noch sowas wie einen gewissen Punch. Den Rest kann man getrost vergessen. The Vines sind Geschichte.

Anspieltipps:

  • Gimme Love
  • Future Primitive
  • Black Dragon

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