Autokratz - Self Help For Beginners - Cover
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Autokratz Self Help For Beginners


  • Label: Autokratz/ALIVE
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Helden der neuen Generation heißen nicht mehr U2 und Bruce Springsteen und auch nicht No Angels oder Tokio Hotel, sondern Deadmau5 und Lady GaGa. Elektronik ist abermals Trumpf. Im Club wie auch in den Charts. Während die beiden eben genannten Szene- und Mainstream-Lieblinge aber mehr auf Breitseite und imposanten Sound setzen, versuchen sich Bands wie Autokratz mit Electronica über Wasser zu halten oder sogar auf der Welle des Erfolgs mitzuschwimmen. Vergleichsweise ruhige Beats im Vergleich zu Deadmau5, Skrillex und Co. die die Clubs ordentlich aufmischen und mit weniger Pop-Attitüde als Lady Gaga und Rihanna. Dazu noch eine Prise Brit-Rock und fertig ist das Autokratz-Alternativprogramm.

„Opposite Of Love“ und „Becoming The Wrath“ versuchen sich gleich als eben beschriebenes Hörbild zu etablieren. Leichte Gitarren, die im Hintergrund nach The Smiths und The Cure klingen und dazu Soft-Rave, der niemanden aus dem Club jagt und eher zu einem kühlen Cocktail verlangt. Das klingt zunächst nicht verkehrt, schreit nach dem dritten Track jedoch nach Änderung und Höhepunkten. Die gleichbleibenden Beats und etwas wehmütigen Melodien sind zwar mit jedem Lied wieder nett anzuhören, verlieren jedoch schnell an Ausstrahlung. Im Stile von Wolfsheim wird auch mal Pop-Epik ausprobiert („Last Night“), aber erst mit „The Seventh Seal“ wird ein neuer, aggressiver Sound angeschlagen, der sich im Ohr mit neuem Feuer ausbreitet und das Interesse des Hörers wieder weckt. Dunkel, dreckig und auch Industrial paaren sich hier mit Rave, der nicht mehr brav zu BritPop passen möchte.

„Skin Machine“ legt sogar noch einen Gang zu und verdrängt den minimalistischen Ansatz des Duos mit vielen Soundexperimenten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es dann auch genau richtig, wieder einen anderen Weg einzuschlagen und so gibt sich „Kick“ als fesche Nummer, die sogar gedankenloses Tanzen erlauben könnte, bevor man wieder den Stil des Beginns wählt. „My Own Black Heart“ könnte den Anfang zwar von Madame Gaga geklaut haben, aber ansonsten ist da wieder der aufpolierte 90er-Jahre-Sound der auch das erste Drittel des Albums ausgemacht hat. Allein „R.I.S.E.“ klingt noch mal nach Club und dann noch der Bonus Track „A-Train“. Die Abwechslung ist somit da, aber das kann nicht über den irgendwann ermüdenden Tenor des Albums hinwegtäuschen, der entscheidende Punkte abzieht. Eine EP hätte fantastisch werden können, aber über die volle Länge kann das Album dann doch noch nicht tragen.

Anspieltipps:

  • Opposite Love
  • The Seventh Seal
  • Kick

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