Brian Eno - Drums Between The Bells - Cover
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Brian Eno Drums Between The Bells


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Während vor seinem Wechsel zu Warp Records im letzten Jahr und dem daraus resultierenden Album „Small Craft On A Milk Sea“ einige Zeit seit seinem letzten Longplayer verging, setzt Brian Eno dieses Mal schnell nach. Gemeinsam mit dem Poeten und langjährigen Bekannten Rick Holland, der für die Texte auf „Drums Between The Bells“ verantwortlich ist, wurde eine Zusammenarbeit vollendet, die schon spätestens seit 2003 im Raum stand. Deutlicher als sein Vorgänger im schlicht gehaltenen Ambient zuhause, kann „Drums Between The Bells“ nicht die Spannung halten, welche noch bei den ersten Tracks die Aufmerksamkeit einfordert.

Spoken Word trifft auf Ambient eines zweifelsfrei legendären Vertreters letzteren Genres und das geht durchaus in Ordnung, wenn beim von Eno selbst vorgetragenen „Bless This Space“ spielfreudig im Krautrock vorbeigeschaut wird, „Glitch“ durch Vocoder-Vocals und flirrende Synthesizer bestimmt ist, doch schon bei „Dreambirds“ kommt der Bruch, überlasst man den Worten nahezu allein die Führung. Das nimmt schnell ermüdende Tendenzen an, denn die eigentlichen Stärken eines Brian Eno finden sich viel mehr in dichten Soundgebilden, welche hier zu oft als Light-Version nur im Hintergrund dienen. So hängt dann vieles von den Stimmen der vielfältigen Gast-Vokalisten ab und deren Leidenschaft im Ausdruck hinkt stark hinter den Möglichkeiten hinterher, die „Drums Between The Bells“ in der Theorie hätte ausspielen können.

So klingt dann ein Schnellschuss, der soundmäßig im Niemandsland verebbt und zeitweise ärgerlich selbstverliebt aus den Boxen tönt. Anders ist die pure Langeweile in „The Real“ nicht zu deuten. Im Laufe der Spieldauer gibt es nur wenige aufhellende Momente und das, obwohl der Start in diesen Longplayer noch verheißungsvoll begann. Für eingefleischte Spoken Word-Fans eventuell eine Option, aber für alle anderen zu wenig direktes Songwriting und musikalisch eher die Interpretation von Fahrstuhl-Ambient. Zum Glück erklimmt hin und wieder ein Rhythmus die Leiter aus den Tiefen dieses Albums, prescht im Falle von „Sounds Alien“ gar mit einem Hauch von Funk nach vorn. Brian Eno rettet sich so in den Durchschnitt, so bitter es auch klingt.

Anspieltipps:

  • Bless This Space
  • Glitch
  • Fierce Aisles Of Light
  • Sounds Alien

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