Jolie Holland - Pint Of Blood - Cover
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Jolie Holland Pint Of Blood


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie die Amerikanerin nicht nur stimmliche Höhen und Tiefen auslotet, ist außergewöhnlich.

Farben und Klangfarben. Auf Jolie Hollands viertem Studioalbum ist beides zu entdecken. Das von ihr gemalte Coverartwork schimmert in zarten Grün-, Blau-, Weiss- und Gelbtönen, ihre zehn Songs auf „Pint Of Blood“ transformieren die Wasser- in Klangfarben zu einem sanften akustischen Gemälde, das Holland gemeinsam mit dem Multiinstrumentalisten Shahzad Ismaily produzierte. Ein Großteil des Albums wurde live in Jolie Hollands Heimstudio aufgenommen und transportiert eine entspannt-konzentrierte Atmosphäre.

„Pint Of Blood“ ist dementsprechend relaxt instrumentiert. Das sich ergänzende Bass- und Schlagzeugspiel federt in wohliger Leichtigkeit, dazu gesellen sich zarte Akustikgitarrentöne (»All Thes Girls“, „June“ und „Little Bird“), perlend-leuchtende Stromgitarren („Remember“, „Gold And Yellow“ und „Wreckage“), poetische Pianotupfer („Tender Mirror“ und Townes Van Zandts „Rex’s Blues“), sehnsüchtige Violinenklänge und naturgemäß die außergewöhnliche Stimme von Jolie Holland. Es ist ein Hauchen, Phrasieren, Vibrieren und Tremolieren, das sie auszeichnet. Ohne Manierismen intoniert sie ihre Lyrics über verlorene Liebschaften, Erinnerungen und Kindheitsträume. Demzufolge wird ihre Stimme zum tonangebenden Element des Albums.

Ganz besonders sticht ihre Stimme auf den spärlich instrumentierten Titeln wie „Tender Mirror“, „Honey Girl“ und „Rex’s Blues“ hervor. „The Devil’s Sake“ ist der funkelnde Edelstein des Albums, das Goldgelbe, das jedoch ohne die grün-blaue Gischt an Leuchtkraft verlieren würde. So gehört das Eine zum Anderen auf „Pint Of Blood“, die einzelnen Elemente greifen organisch ineinander, erzeugen eine behutsame Magie, die „Pint Of Blood“ zu ihrem emotionalsten Werk werden lässt.

Wie die Amerikanerin nicht nur stimmliche Höhen und Tiefen auslotet, ist außergewöhnlich und mittlerweile muss man sie zu den ganz Großen des Singer/Songwriter-Genres zählen. Vergleiche werden keine bemüht, Jolie Holland ist inzwischen selbst zur Referenz gereift.

Anspieltipps:

  • Tender Mirror
  • June
  • The Devil’s Sake
  • Honey Girl

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