Biffy Clyro - Revolutions Live From Wembley - Cover
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Biffy Clyro Revolutions Live From Wembley


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 110 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die CD/DVD „Revolutions Live At Wembley“ beweist, dass Biffy Clyro das Einmaleins des Stadionrock beherrschen.

In Deutschland sind die Häuser zwar voll, aber das Schottentrio spielt hauptsächlich doch „nur“ in mittelgroßen Clubs. Anders auf der Insel. Die Briten haben Biffy Clyro so richtig ins Herz geschlossen und machen Ihnen mal eben das Wembley Stadion voll. So richtig überraschend ist das ja in gewisser Weise nicht. Insbesondere mit ihrem letzten Output „Only Revolutions“ hat man sich endgültig vom progressiven Rock kommend den stadiontauglichen Hymnen geöffnet. Die CD/DVD „Revolutions Live At Wembley“ beweist, dass Sie nicht nur die passenden Songs im Gepäck haben, sondern dass sie auch das Einmaleins des Stadionrock beherrschen. Da werden vor imposanter Kulisse und mit fetten Videoprojektionen im Hintergrund die Gitarrenriffs in breitbeinigen Posen auf Monitorboxen zum Besten gegeben und auch gerne mal auf die Knie gefallen. Bei Schlusspunkt „Mountains“ gibt es dann auch noch einen Konfettiregen frei Haus. Ein schmaler Grat, doch die Band schafft es, dabei nicht in Peinlichkeiten und allzu schlimme Klischees zu verfallen. Dies wohl vor allem auch deshalb, weil die Musiker sich letztlich doch auf ihren Job konzentrieren. Zwar sagt man nett Danke und freut sich ganz offensichtlich über so viel Zuspruch, doch gefühlt hundertfache Motivationskeulen à la „What’s up Wembley“, „Come on!“, oder „I can’t hear you!“, wie sie bei so vielen anderen Bands üblich sind, bleiben einem zum Glück erspart.

Damit Raum für die Rockfolklore bleibt, hilft ein zweiter Mann namens Mike Vennart an der Gitarre fleißig aus. Der Mann ist kein Unbekannter, hat er sich doch mit seiner inzwischen aufgelösten Band Oceansize einen Namen gemacht. Hier darf es sich auf einer fest zugewiesene Spielwiese im Halbdunkel austoben. Dennoch: Simon Neil und die Gebrüder Johnston machen einen gewohnt hervorragenden Job. Da kann man nicht meckern. Mit insgesamt 25 Nummern gibt es in ca. 110 Minuten einen guten Überblick über das bisherige Schaffen. Erwartungsgemäß gibt es viel Kost vom letzten Album, sämtliche Single-Auskopplungen inklusive. Darüber hinaus wird jedoch auch die Frühphase der Band bedacht (z. B. mit „57“).

Alles in allem eine runde Sache und den Erfolg gönnt man der Band zu gerne. Wer Live-Scheiben mag und auf eine Best-Of-Collection nicht warten will, der kann hier getrost zugreifen. Alle anderen Fans schaffen es möglicherweise auch noch bis zur nächsten Studioveröffentlichung und einer dann wieder anstehenden Tour zu warten. Es wird ja gemunkelt, dass die Band bereits fleißig an neuem Material arbeitet. Na dann: „Mon the Biffy!“

Anspieltipps:

  • The Captain
  • 57
  • Living Is A Problem Because Everything Dies
  • Machines
  • Joy. Discovery. Invention
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    6.5/10

    The Mission
    • 2017    
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