Mehrzad Marashi - Change Up - Cover
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Mehrzad Marashi Change Up


  • Label: Seven Days Music/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mehrzad Marashi ist zurück! Was? Wer? Ja, diese Frage werden sich einige stellen, da es ja bereits einen neuen DSDS-Gewinner gibt und Marashi somit Schnee von vorletztem Jahr ist. Hörer werden natürlich mit den üblichen Versprechungen geködert. Der Musiker komme jetzt mit seiner eigenen Handschrift daher und alles sei ganz anders als auf dem „Gewinner“-Album, das ja bloß vom Label aufgedrückt sei. Dass dieselben Stimmen vor einem Jahr noch das Debüt in den Himmel gelobt haben, missachten wir zugunsten schlechter Propaganda einfach mal. Tatsache ist auch in Marashis Fall: Ein Hamburger bleibt ein Hamburger. Klar soweit?

Junkfood ist schnell herzustellen, verschwindet schnell und schmeckt auch irgendwie. Dass ein gutes Mahl zu Hause oder im Restaurant die kleinen Fleischbrötchen oft um Längen schlägt machen die Geschmacksverstärker und der Appetit wett. Genauso verhält es sich mit „Change Up“. 14 Titel, die vor 2-Dimensionalität zu bersten drohen. Das fängt mit dem Opener an, der es schafft doppelt so lang zu wirken, als er wirklich ist. Dance-Pop ist die Geschmacksrichtung, die dieses Album ausmacht und solange der Refrain mitsingbar ist, ist alles gut. So ungefähr muss die Devise gewesen sein. Anders lassen sich „She's The One“ oder „Sugar & Poison“ nicht erklären. Gehobenes Tempo mit durchschnittlichen Melodien sorgt beschwingt für Bewegung, doch der Ausklang der Lieder beträgt nicht einmal eine schlappe Sekunde. Die Lieder sind aus der Playlist aus dem Sinn.

Ob „Rollercoaster“ oder „Can't Stop Me Now“: Die Lieder klingen wie aus einem Guss, womit nicht gemeint ist, dass sie einen homogenen Brei ergeben, sondern eher eine Aneinanderreihung von ein und demselben Lied zu sein scheinen. Farblos reihen sich die Lieder aneinander und auch, wenn mehr als die Hälfte der Lieder zu Bewegung anregt, will der Funke nicht wirklich überspringen. Zum braven Tanzen in Discos ist die Musik wie gemacht. Zumindest um im Hintergrund zu dudeln, während man neue Bekanntschaften macht. Dann kommen noch die Tiefpunkte des Albums, das Zentrum des Albums. Von „Anything“ bis „Even On A Rainy Day“ erwartet die Hörer Plastik-Pop der schwächsten Art, wobei „All You Need Is Hope“ eine peinliche Welt-besser-machen-Hip-Hop-Hymne ist, die darum bettelt von der Kritik zerrissen zu werden.

Die schmachtenden Balladen kommen dank den unsensiblen Synthesizern auch weiterhin nicht an Genregrößen wie Coldplay oder Keane heran, womit die Single „Beautiful World“ genauso untergeht, wie „Looking Out“, das direkt aus Bohlens Feder stammen könnte. Da schließt sich der Kreis und es zeigt sich, dass die Entwicklung Marashis ziemlich simpel mit der Ziffer Null zu betiteln ist. Ein besseres Bild vom Iran und Talentscouting in allen Ehren, doch Mehrzad Marashi muss selbst erst seine eigenen Fertigkeiten verbessern und seine Musikrichtung finden, um selbst ein Talent zu sein, auf dass man aufmerksam werden sollte.

Anspieltipps:

  • She's The One
  • Shortcuts
  • Beautiful World

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