Tori Amos - Night Of Hunters - Cover
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Night Of Hunters


  • Label: Deutsche Grammophon/UNIVERSAL
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7/10 Unsere Wertung
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch komplexer, als es der Hörer von Tori-Amos-Alben eh schon gewohnt ist.

Auf ihrem zwölften Studioalbum „Night Of Hunters” sagt die Singer/Songwriterin Tori Amos der Popmusik vorerst Auf Wiedersehen, indem sie ihr bis dato ambitioniertestes Werk abliefert. Dazu komponierte sie einen 14 Songs umfassenden Liederzyklus, der die Geschichte einer verlorenen Liebe erzählt. In dieser „Nacht der Jäger“, aufgebracht durchwachten Stunden voll Verzweiflung, Wut und Depressionen, durchlebt Tori Amos einen Leidenskosmos voll Zweifel, Hoffnung und Dramen. Der Morgen danach klärt alles – es herrscht Frieden.

So umreißt es die Presseinfo und man ahnt es bereits: Mit diesem Konzeptalbum kommt schwere Kost auf den geneigten Hörer zu! Inspiriert von klassischen Kompositionen von Frederic Chopin, Franz Schubert, Felix Mendelssohn, Robert Schumann, Modest Mussorgsky, Johann Sebastian Bach oder auch Eric Satie entwickelte die 48-Jährige einen instrumentalen Kontext, der Toris Klavierspiel und Gesang in der Vordergrund rückt. Dabei wird sie gesanglich von ihrer Tochter Natashya Lórien Hawley (11) und ihrer Nichte Kelsey Dobyns (12) unterstützt, während ihr ausgewählte Virtuosen aus dem Klassikbereich mit Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott sowie das polnische Streichquartett Apollon Musagète zur Seite stehen.

„Night Of Hunters“ ist gewiss kein Album, das sich der Hörer mal eben im Vorbeigehen gönnen sollte. Dazu braucht es allein zu lange, um sich erst einmal in die veränderte Klangwelt der Amerikanerin hineinzufinden. Denn da finden sich nach wie vor typische Melodieführungen, wie man sie von der Amos gewohnt ist („Edge of the moon“, „Night of hunters“), nur dass diese heuer mit den Strukturen klassischer Variationen und Kompositionstechniken gekreuzt werden („Seven sisters“, „Shattering sea“).

Das macht diesen Longplayer noch komplexer, als es der Hörer von Tori-Amos-Alben eh schon gewohnt ist. Aber so darf (muss?) Musik eben auch sein: Spannend, experimentell, schwerer zugänglich und doch gut. Denn auf diese Weise verbindet Tori Amos zwei musikalische Welten, ohne dass eine von leiden darunter leiden muss.

Anspieltipps:

  • SnowBlind
  • Your ghost
  • Job’s coffin
  • Fearlessness
  • Star whisperer

Dieser Artikel ging am um 12:09 Uhr online.
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