Riverside - Memories In My Head EP - Cover
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Riverside Memories In My Head EP


  • Label: Glassville Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Riverside feiern ihr 10jähriges Bestehen und zwar mit einer extra für diesen Anlass komponierten EP und einer dazugehörigen Mini-Tour, auf der „Memories In My Head“ bereits vor der Veröffentlichung erworben werden konnte. Der Titel ist nicht nur eine Anlehnung an deren erste EP „Voices In My Head“, es gibt auch gleichzeitig das musikalische Programm vor. Denn diese EP beinhaltet tatsächlich Erinnerungen an die vergangenen Tage von Riverside, besonders an die Reality Dream Trilogie, die in Polen im Jahre 2003 mit „Out Of Myself“ begann und sehr schnell alle Prog-Rocker in ganz Europa in den Bann gezogen hat. Mit dem vierten Album „Anno Domini High Definition“haben sie eine neue, härtere Richtung eingeschlagen und wem die nicht zugesagt hat, der ist bei der neuen EP genau richtig aufgehoben.

„Memories In My Head“ bringt wieder deutlich mehr Atmosphäre in den Vordergrund, die zuletzt so stark präsente Hammond-Orgel wurde diesmal aufs Abstellgleis verfrachtet. Die drei Stücke lassen sich viel Zeit, entwickeln sich langsam weiter, gehen ineinander über. Die Warschauer mögen anscheinend Symbolik, denn hatte das vierte Album eine Länge von 44 Minuten, weißt die EP mit drei Songs ca. 33 Minuten auf, der nächste Fingerzeig auf die Trilogie. Außerdem verbergen sie erst gar nicht den großen Einfluss von Pink Floyd, dafür sorgt eine kurze Keyboardeinlage von Lapaj, die am Anfang und Ende der EP auftaucht. Vergleiche hierzu „On The Run” von Pink Floyds „Dark Side Of The Moon“.

Das Herzstück dieser EP ist das hervorragende „Living In The Past“, welches die beste „Second Life Syndrome“-Zeit hervorkramt und diese mit der moderneren Riverside-Härte garniert. So ist ein Stück mit einer laut-leise-Dynamik entstanden, einigen sehr charakteristischen Riffs, wiederkehrenden Keyboardmotiven und einem Duda, der einige Facetten seines Gesangs grandios einsetzt. Besonders die Zeile „I don’t care if these times are over“ bleibt durch ihren aufwallenden Zorn haften. Grandios ist ebenso die Untermalung der letzten Textzeile „even clowns don’t scare me anymore“ mit einem unschuldigen Motiv, ähnlich wie ein Glockenspiel, das immer wieder von plötzlichen, kurzen Gitarrenattacken überlagert wird, dem Angst einjagenden Clown.

Die anderen beiden Songs brennen sich nicht so nachhaltig ein, sind aber auf jeden Fall sehr solide. „Goodbye Sweet Innocence“ ist tatsächlich etwas unschuldig und ruhig daher treibend. „Forgotten Land“ hingegen lebhafter mit einem teilweise aggressiveren Gesang und nach hinten hin etwas in die Länge gezogen, wahrscheinlich um aus den 30 Minuten 33 zu machen. Dieser Song wurde übrigens für die Promo des Spiels „The Witcher 2“ verwendet. Alles in allem eine leckere, wenn auch schon bekannte, Zwischenmahlzeit, bevor uns nächstes Jahr das neue Album erwartet, vielleicht mit einer erneut anderen musikalischen Ausrichtung.

Anspieltipps:

  • Living In The Past

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