Powerwolf - Blood Of The Saints - Cover
Große Ansicht

Powerwolf Blood Of The Saints


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Im achten Jahr des Powerwolfes wollen Attila Dorn (Gesang), Matthew (Gitarre) und Charles Greywolf (Gitarre, Bass), Falk Maria Schlegel (Orgel Keyboard) und Roel van Helden (Schlagzeug) mit einem breiten Grinsen im Gesicht ihre Stellung als einzigartige Attraktion am deutschen Metalsektor festigen und legen mit „Blood Of The Saints“ ihr bislang viertes Album vor. Fünf Studios und eine Kirche gehen auf das Konto des Nachfolgers zu „Bible Of The Beast“ (04/2009) und zeigt, dass Powerwolf schon lange keine Untergrund-Kasperltruppe mehr sind, die ihre Vorliebe für Schminke, Wölfe und sakrale Themen in wuchtige Power Metal-Nummern packen.

Das größte Problem an dem deutsch-rumänischen Act ist aber nun gerade seine Unverwechselbarkeit. Schließlich wollen die Fans mit jeder Platte aufs Neue ihren Kopf schütteln und sich fragen, was Dorn & Co. denn diesmal geritten hat um derartig fetzigen Power Metal mit Orgelpfeifen, stellenweise lateinischen Texten und doppeldeutigen Themen der Marke „Resurrection by erection“ anzufertigen, der letztendlich sogar funktioniert und Spaß macht. Eines war seit „Return In Bloodred“ (04/2005) deswegen stets klar: Irgendwann nutzt sich diese wahnwitzige Formel ab. Schade, dass es schon so früh kommen musste.

Das mystische Intro „Agnus dei“ und der flotte Opener „Sanctified with dynamite“ lassen jedenfalls noch nicht darauf schließen, dass bei Powerwolf aktuell die Luft raus. Erst bei „We drink your blood“ wünscht man sich etwas mehr Pep und Durchtriebenheit, den weder „All we need is blood“, „Dead boys don´t cry“, noch „Murder at midnight“ mit sich bringen. Der Grund dafür ist überall gleich: Das Fünfergespann konzentriert sich völlig auf die hymnischen Refrains und bastelt um diese herum mäßig spannende Neuauflagen bereits zur Genüge bekannter Trademarks. Selbst wenn es epischer wird („Son of a wolf“), Iron Maidens Klassiker „Fear of the dark“ als Vorlage herhält („Night of the werewolves“) oder Powerwolf eine düstere Power Metal-Predigt abhalten („Ira sancti (When the saints are going wild)“), wirklich mitreißend ist das irgendwie nicht mehr.

Gerade einmal die zwei 3-Minüter „Phantom of the funeral“ und „Die, die, crucified“ holen wegen ihrer kompakteren Anlage die Kohlen aus dem Feuer, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass „Blood Of The Saints“ eine ziemlich schwache Vorstellung geworden ist. Die Rechnung für den Powerwolf-Fan ist daher einfach: Benötigt man schlicht und ergreifend nur frisches Material von der deutsch-rumänischen Truppe, dann sollte Album Nummer Vier umgehend in den Einkaufskorb wandern, erwartet man sich Weiterentwicklung oder gar neue Ideen, so sollte die Geldbörse lieber geschlossen bleiben und auf den hoffentlich besseren Nachfolger gewartet werden.

Anspieltipps:

  • Phantom Of The Funeral
  • Sanctified With Dynamite
  • Night Of The Werewolves

Neue Kritiken im Genre „Power Metal“
7/10

Riding The Storm: The Very Best Of The Noise Years 1983-1995
  • 2016    
8/10

Ride The Sky: The Very Best Of 1985-1998
  • 2016    
Diskutiere über „Powerwolf“
comments powered by Disqus