2Cellos - 2Cellos - Cover
Große Ansicht

2Cellos 2Cellos


  • Label: Classical/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

2Cellos verpassen ganz klar die Gelegenheit, ihre eigene Note einzubringen und liefern letztlich nicht mehr ab, als diverse String Quartets bereits in die Welt gesetzt haben.

Adoro-Fans aufgemerkt! Wer den Opern-Versionen moderner und zeitloser Pop-Songs gerne lauscht, der bekommt mit 2Cellos ein ganz ähnliches Konzept geliefert. Wie der Name schon verrät, wird die sonst aus dem Radio bekannte Musik nun instrumental von Cellos wiedergegeben. Dabei werden Evergreens von Sting, U2, Nirvana oder Guns N´ Roses zum Besten gegeben, aber auch Songs aus den letzten Jahren von Coldplay, Muse oder den Kings Of Leon haben es in die Auswahl der beiden Streicher Luks Sulic und Stjepan Hauser geschafft. Die in England ausgebildeten Weltenbummler vereinen ihre Lieblingsmusik auf dieser Platte und gleichzeitig wieder Bezug zu den klassischen Instrumenten aufzubauen. Aber sind zwei Cellos dafür wirklich genug?

Festzuhalten bleibt gleich von Beginn an, dass jedes einzelne Lied sofort zu erkennen ist. Sulic und Hauser nehmen sich wenige Freiheiten und halten sich stark an die Originale, was dem Wiedererkennungswert zugutekommt. Wer jetzt aber herausragende Fertigkeiten am Cello sucht und auch vom Fach ist, der weiß, dass die meisten der Lieder über weite Strecken recht einfach – einem Pop-Song entsprechend – verlaufen. Da verliert besonders „Viva La Vida“ von Coldplay an Größe. Intim und zurückhaltend wirkt die Interpretation des Duos und lässt das Lied vor sich hinplätschern. Ein ähnliches Schicksal erleiden „The Resistance“ von Muse, „Use Somebody“ der Kings Of Leon und auch „Smooth Criminal“ von Michael Jackson. Hier fehlt einfach die letzte Power, was beim ersten Hören noch nicht auffällt, da man von den exakten Kopien der Originale so fasziniert ist. Allerdings schaffen es 2Cellos auch bei „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana und „Welcome To The Jungle“ mit einigen, kleinen Effekten die richtige Stimmung zu erzeugen.

Abseits von den Schwächen der genannten Lieder finden sich auch sehr starke Momente, wie die U2-Interpretationen, das als Pulp Fiction Theme bekannte „Miserlou“ von Dick Dale und besonders „Hurt“ von Trent Reznor und Johnny Cash. Für diese Momente möchte man ein großes Lob aussprechen und stellt an keiner Stelle in Frage, ob ein Cello die Emotionen des Sängers im richtigen Maß wiedergeben kann. Wie die Instrumente der beiden Fachmänner im Ton geradezu zergehen ist mehr als hörenswert. 2Cellos verpassen allerdings ganz klar die Gelegenheit, ihre eigene Note einzubringen und liefern letztlich nicht mehr, als diverse String Quartets schon in die Welt gesetzt haben.

Anspieltipps:

  • With Or Without You
  • Smells Like Teen Spirit
  • Hurt

Neue Kritiken im Genre „Klassik-Pop“
8.5/10

Saved By The Bell: The Collected Works Of Robin Gibb 1968-1970
  • 2015    
Diskutiere über „2Cellos“
comments powered by Disqus