Bad Meets Evil - Hell: The Sequel - Cover
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Bad Meets Evil Hell: The Sequel


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wäre dem guten Herrn Eminem nicht seine immens erfolgreiche Solokarriere in die Quere gekommen, würde er vielleicht noch heute gemeinsame Sache mit dem Rapper Royce da 5’9“ als Duo „Bad Meets Evil” machen. Doch wie wir alle wissen, verliefen die Wege der beiden Detroiter Rapper total unterschiedlich.

Als sich Eminem (alias Evil) und Royce (alias Bad) das erste Mal über den Weg liefen, schrieb man das Jahr 1997. Die Rapper verstanden sich auf Anhieb und schrieben einige Tracks gemeinsam, von denen sogar einer auf Eminems mehr als zehn Millionen Mal verkauftem Debütalbum „The Slim Shady LP“ (02/1999) landete – nämlich der Song „Bad meets Evil“.

Im Jahr 2000 trennten sich Eminem und Royce da 5’9“ (33). Während Eminem immer spektakulärer durchstartete, verlief die Karriere von Royce da 5’9“ (bürgerlich Ryan Montgomery) eher bescheiden und es sollte nicht lange dauern, bis sich die beiden in die Haare bekamen und einen jahrelangen Streit über die Medien ausfochten. Der Grund: Royce da 5’9“ wäre gerne auf Eminems Label Shady Records untergekommen, wurde aber abgelehnt. Stattdessen erhielt ein gewisser 50 Cent den Vertrag mit Shady Records.

Inzwischen haben sich Eminem und Royce wieder lieb. Und als hätten sie noch etwas gutzumachen, haben sie mit „Hell: The Sequel“ ihren ersten gemeinsamen Longplayer eingespielt. Ein Werk, auf das sich zu warten lohnte. Denn die beiden Rapper spornen sich gegenseitig zu Höchstleistungen an und spielen sich die Bälle mit blindem Verständnis zu. Dabei tritt Eminem in der Regel als der aggressive Gegenpart zu den entspannten Raps von Royce auf, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen, wie z.B. im Opener „Welcome 2 hell“, „Above the law“ oder auch „Take from me“ zu hören ist.

Ein kommerzieller Schachzug ist, wie schon die Verpflichtung von Rihanna für Ems letztes Studioalbum „Recovery“ (06/2010), das Duett mit Bruno Mars („Lighters“), das stilistisch komplett aus dem Rahmen fällt, aber als Singleauskopplung funktionieren dürfte. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf den messerscharfen Rap-Duellen zwischen Em und Royce, die sich von Beginn an nichts schenken und mit expliziter Lyrik um sich werfen. Das dazu aufgefahrene Beat-Gerüst ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben und trägt zu einem rundum gelungenen Projekt bei, von dem in der Zukunft vielleicht noch mehr zu hören sein wird.

Anspieltipps:

  • A kiss
  • Fastlane
  • Lighters
  • Living proof
  • I’m on everything

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